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Stéphanie Bürgi-Dollet, Projektleiterin Prävention SLRG

Wie können Wasserunfälle verhindert werden? Seit fünf Jahren widmet sich Stéphanie Bürgi-Dollet als Projektleiterin Prävention bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG dieser Frage.

aufgezeichnet von Larissa Werren, 21 Jahre, Jugendrotkreuz Luzern

Ertrinken ist die zweithäufigste Unfalltodesursache bei Kindern. Als Mutter dreier Kinder berührt mich das sehr.

Viele dieser Wasserunfälle könnten durch richtiges Verhalten vermieden werden. Dafür setzt sich die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG ein.

Als Projektleiterin Prävention bin ich mitverantwortlich für die Planung, Koordination und Durch-führung von Präventionsaufgaben. Ein aktuelles Beispiel ist das Präventionsprogramm «Wassersicherheit macht Schule». Im neuen Lehrplan 21 ist verankert, dass die Schülerinnen und Schüler Gefahrensituationen am, im und auf dem Wasser rich­tig einschätzen können und verantwortungsbewusst handeln sollen. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Lehrpersonen und Fachpersonen der SLRG hat die an verschiedene Altersgruppen angepassten Materialien für den Schulunterricht ausgearbei­tet. So erklärt beispielsweise der Wasserwichtel Milu im Kinder­garten die Baderegeln, in der Oberstufe setzen wir auf knifflige «Black Storys», Wimmelbilder und Arbeitsblätter. Solche Projek­te machen meinen Arbeitsalltag abwechslungsreich und ich lerne immer wieder Neues dazu.

Von der Stadt aufs Land

Doch was hat eine Französin ins ländliche Sursee zur SLRG ver­schlagen? Es war die Liebe. Ich habe in Lille in Frankreich Ge­schichte studiert. Mir war schon früh klar, dass ich unterrichten will. Aber nie hätte ich gedacht, dass dies in der Schweiz sein würde. Und Sursee und die SLRG kannte ich da auch noch nicht. Durch meinen Mann bin ich in Luzern gelandet. Ich unter-richtete Französisch und arbeitete später als Eventmanagerin.

Irgendwie fehlte mir in diesem Beruf aber das Pädagogische. Dann habe ich die Stelle bei der SLRG gesehen, fühlte mich an­gesprochen und bewarb mich.

Bis dahin hatte ich noch keinen Rettungsschwimmkurs besucht und kannte mich im Bereich der Wassersicherheit nicht aus. Ich erkundete also ein völlig neues Arbeitsgebiet. Aber genau das reizte mich. Ich besuchte einen Rettungsschwimmkurs, was ich sonst vielleicht nie getan hätte.

Eine Arbeit mit Sinn

Es ist toll, für einen guten Zweck zu arbeiten und einen Sinn hin­ter meiner Tätigkeit zu sehen. Unfälle am, im und auf dem Was­ser sind schnell passiert und können schlimme Auswirkungen haben. Deshalb muss ein bewusster Umgang mit dem Gewäs­ser sichergestellt werden.

Mit ein wenig Einsatz und Aufklä­rungsarbeit können Leben gerettet werden. Diese Mission liegt mir am Herzen und ich freue mich, dass wir sie mit den Projek­ten der SLRG vermitteln und umsetzen können.

Mich erfüllt es sehr, wenn ich sehe, wie die Kinder Freude an unseren Angebo­ten haben. Sie nehmen etwas aus unseren Angeboten mit. Manchmal ist es nur ein kleiner Tipp, aber er fördert ein gesun­des und sicheres Verhältnis zum Wasser. Darüber hinaus gefällt es mir, in einer nationalen Organisation zu arbeiten, die alle Landessprachen nutzt. Früher habe ich mich nie gross für Fremdsprachen interessiert, weil ich den da­mit einhergehenden Nutzen nicht erkennen konnte. Jetzt bin ich hingegen sehr glücklich, dass ich täglich mit der deutschen Sprache in Kontakt bin.

Im gleichen Zug geniesse ich die tolle Arbeitsatmosphäre in der SLRG. Unser Umgang ist freundlich und kollegial, ja fast schon wie in einer grossen Familie.

Wir sind ständig im Dialog, helfen einander aus und treffen zahlreiche Entscheidungen in gemeinsamer Absprache. Die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten, aber auch den Teamkollegen macht einfach Spass! Ich bin sehr dankbar, dass ich eine solch abwechslungsreiche und interessante Arbeitsstelle habe, die sich mit meinem Familienleben verbinden lässt. Durch die grossartige Arbeit im Team fühle ich mich wohl und motiviert. Die SLRG ist immer in Bewegung und ich spüre, wie sie sich ste­tig weiterentwickelt. Mit so viel positiver Energie ist das natür­lich kein Wunder!