aus dem Jugendmagazin «ready for red cross»

NRJ Air: Hinter der Bühne ist vor der Bühne

40.000 Menschen vor der Bühne. Und wie viele dahinter? Auch dieses Jahr haben wieder tausende von Menschen geschrieben, gevotet und angerufen, um ein Ticket für das Energy Air zu ergattern. Seit drei Jahren ist das Schweizerische Rote Kreuz Charitypartner und es gilt, Musik und Menschlichkeit zu verbinden. Dieses Mal durfte ich einen Blick hinter die Kulissen werfen: Was geht da eigentlich ab?

von Larissa Werren, 21 Jahre, Jugendrotkreuz Luzern

Ich warte rechts neben der Bühne, direkt vor dem Mitarbeiter des Security Service, bis ich abgeholt werde. In meinem Kopf kreisen die Gedanken und ich stelle mir alles Mögliche vor, was da hinter der Bühne los sein könnte. Als mich zwei Frauen vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) und eine Energy-Verantwortliche abholen, ist es endlich so weit: Ab hinter die Kulissen!

Die Ruhe vor dem Sturm

Zuerst ist es überraschend ruhig: Ich entdecke nur wenige Menschen, aber dafür den absolut grössten Kabelsalat, den ich je gesehen habe. Wir spazieren einige Minuten und sehen dann das ganze Gerüst der Bühne von einer völlig anderen Perspektive. Von Pfosten zu Pfosten sind haufenweise Hängematten gespannt und gerade als ich nachfragen will, wieso die da hängen, erklärt die Energy-Mitarbeiterin: «Die Bühnenbauer erholen sich hier während dem Konzert. Sobald es nämlich fertig ist, fangen sie direkt an, alles wieder abzubauen.» Während dem lauten Konzert schlafen und wenn alle gegangen sind, mit der Arbeit beginnen? Hut ab!

Wir laufen weiter an verschiedenen Securities vorbei und erreichen ein kleines Podest. Ich werde angespornt, mich darauf zu platzieren und durch das Glas zu schauen. Etwas orientierungslos steige ich hoch und siehe da: Mein Kopf ist in einer Art Glaskuppe in der Mitte der Bühne und alle Artisten tanzen um mich herum. Später erklärt uns die Energy-Mitarbeiterin freundlich: «Die Luke ist aus Spiegelglas. Du siehst zwar raus und fühlst dich, als wärst du Teil des Auftritts, aber die Zuschauer sehen nicht, dass du da bist.» Echt cool!

Rapper Nemo in El Salvador
Der 18-jährige Schweizer Rapper Nemo aus Biel gewann 2017 den Energy Music Award. Als Award Gewinner unterstütz er mindestens während einem Jahr das SRK. So besuchte er in El Salvador unsere Jugendprojekte. Dort traf er auf Daniel José lopez Huezo, einem Begünstigten der SRK-Projekte. Die beiden jungen Männer trugen sich gegenseitig ihre Rap-Songs vor und traten an einem Fest gemeinsam auf. «Ich werde die Begegnung mit Daniel nie vergessen, ich habe unglaublich viel von den Jugendlichen in El Salvador gelernt», erzählt der Jungstar beeindruckt.
Nemo Mettler, Musiker, besucht in El Salvador Bildungs- und Freizeitprogramme des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Zeit für Stars und Sternchen

Jetzt nehmen wir Kurs auf den ‚wahren‘ Backstage-Bereich. Als wir über eine kleine Brücke aus Stahl gehen, sehe ich schon die unzähligen Leute auf- und abrennen. Es scheint alles sehr chaotisch und ich verliere den Überblick schnell. Nie hätte ich gedacht, dass im Backstage-Bereich so viele Menschen herum flitzen: Stars mit Management und Freunden, Medienbeauftragte, Organisatoren, Technikerinnen und Technikers und viele mehr. Zum Glück hat jeder ein Schild um den Hals, worauf Hinweise wie ‚Artist‘, ‚Mitarbeiter NRJ‘ oder ‚Media‘ vermerkt sind. Das hilft enorm. Ansonsten stehe ich vielleicht plötzlich neben einem Mega-Star und merke es nicht einmal. Das wäre mal ein Pech!

Plötzlich sehe ich den SRK-Botschafter Nemo an mir vorbeispazieren. Er wirkt total locker und ist mir von der ersten Minute an sehr sympathisch. Anfangs fühle ich mich etwas unbehaglich, ihn direkt anzusprechen, aber dann nehme ich meinen Mut zusammen und gehe auf ihn zu. Wir unterhalten uns und obwohl er in weniger als zehn Minuten auf der Bühne stehen muss, nimmt er sich viel Zeit für mich. Als ich ihn nach einem gemeinsamen Video frage, gibt er nur ein glückliches «Na klar!» von sich. Wir albern herum und ich habe am Schluss nicht nur mein Video, sondern auch eine authentische Erfahrung mit einem echten Star gemacht. Danke Nemo!

Ready-Freiwillige Larissa trifft am NRJ Air auf Nemo

SRK und Energy: Wie alles begann

Seit einigen Jahren möchte das SRK vermehrt ein jüngeres Publikum ansprechen. Wir nahmen uns zum Ziel, dass auch Kinder und Jugendliche auf uns aufmerksam werden. Welche Massnahmen konnten wir dafür ergreifen? Die Partnerschaft mit Radio Energy hat sich direkt angeboten und als ein Volltreffer herausgestellt. Das Energy Air ist ein wichtiger Event für den Radiosender und gleichzeitig die ideale Möglichkeit für das SRK, jungen und junggebliebenen Menschen die humanitäre Arbeit näher zu bringen. So lernt die Jugend das SRK kennen und erfährt, was wir tun. Damit wird es viel einfacher, die Jugendlichen für humanitäre Werte zu gewinnen und zu zeigen, wie diese Arbeit zu einem respektvollen und friedlichen Zusammensein beiträgt.

In Verbindung mit dem Konzert selbst ermöglicht uns die Partnerschaft mit Energy auch mehr Visibilität auf Social Media. Mit dem Energy Air und dem 18-jährigen Schweizer Rapper Nemo als Gewinner des Energy Music Award und SRK-Unterstützer gewinnen wir an Fans und Follower auf verschiedenen Plattformen wie Facebook und Instagram.