aus dem Jugendmagazin «ready for red cross»

Mit gebrauchten Kleidern gegen Klimawandel

Jedes Jahr organisiert die Fachmittelschule Freiburg (FMS) einen Thementag. Dieses Jahr wählten die Schülerinnen und Schüler «Klimawandel: Herausforderung und Lösungen» als Überthema. Unter den verschiedenen Ateliers fand auch eine Kleiderbörse statt.

Von Sophie Gorgé

Rund zwanzig Schülerinnen und Schüler des dritten Jahres an der FMS Freiburg organisierten einen Thementag zu «Klimawandel – Herausforderung und Lösungen». Lehrpersonen und die Schülerschaft überlegten gemeinsam, welche Aktionen angeboten werden können.

«Die Schülerinnen und Schüler schlugen eine Kleiderbörse vor. Ohne sie wären wir nicht unbedingt auf diese Idee gekommen», stellt Nicolas Bique, eine der Lehrpersonen und Organisatoren des Thementages, fest.

Die Kleidersammlung fand während zweier Wochen statt. Schülerinnen und Schüler, Freunde, Familien und Lehrpersonen brachten Kleider, die sie nicht mehr gebrauchten. Die Schülerinnen und Schüler bildeten Arbeitsgruppen, um die Aufgaben für die Organisation der Kleiderbörse aufzuteilen – Logistik, Kommunikation, Dekoration usw.

Der Tag X

Wir begaben uns am 28. Januar um 15 Uhr zur FMS Freiburg. Die Schilder «Kleiderbörse FMS Freiburg» führen uns zu einem Klassenzimmer. Vor der Türe erfahren wir auf einem Poster des Freiburgischen Roten Kreuzes, wie Kleiderrecycling durchgeführt wird; und ein in Second-Hand-Klamotten gehülltes Skelett aus dem Biologiezimmer begrüsst uns am Eingang. Wir treten ins Klassenzimmer, das gar nicht mehr danach aussieht: Auf fünf Tischen liegen hübsch drapiert Jeans, T-Shirts und Accessoires. An Kleiderbügeln hängen Jacken und Kleider. Die Preise der Kleider reichen von 2 bis 5 Franken. Nach und nach treten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen ein, schauen sich um, wählen Kleider aus und ziehen sich in die extra eingerichteten Kabinen zurück, um das eine oder andere Kleidungsstück anzuprobieren. Anschliessend gehen sie zur Kasse, um ihre neuen Fundstücke zu bezahlen.

Sortierzentrumsbesuch als Vorbereitung

Bei der Organisation der Kleiderbörse haben sich die Schülerinnen und Schüler beim Second-HandShop des Roten Kreuzes inspiriert. Einen Tag vor dem Anlass besuchten sie ein Sortierzentrum und den Shop Zig Zag des Freiburgischen Roten Kreuzes. In diesem Laden werden zwischen 18000 und 20000 Kleider feilgeboten. In letzter Zeit haben vermehrt junge Kundinnen und Kunden den Laden besucht, um nach Fundstücken zu stöbern – bestimmt aus ökologischer Überzeugung. Unter den 30 Schülerinnen und Schülern, die das Sortierzentrum besucht haben, hat eine grosse Mehrheit schon im Kleiderladen Zig Zag eingekauft, wie JeanMichel Gros, Leiter Textiles beim Freiburger Roten Kreuz, berichtet.

Zeit für eine Debatte

Während immer mehr Schülerinnen und Schüler die Kleiderbörse betreten, wechseln wir das Zimmer. Dort diskutieren acht Schülerinnen und Schüler, eine Lehrperson, ein junger Klimaaktivist und Charles Dewarrat, Direktor des Freiburger Roten Kreuze und Jean-Michel Gros, Leiter Textiles beim Freiburger Roten Kreuz, miteinander. Alle äussern sich zur Frage «Welchen Einfluss hat der Verkauf von Second-Hand-Kleidern auf die Klimaerwärmung und den dazugehörigen Verlust der biologischen Vielfalt?» Es werden soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen erörtert. Aber auch der Generationenaspekt wird angesprochen.

«Es sind unweigerlich die jungen Menschen, die den Planeten retten werden. Ihr Umweltbewusstsein ist viel grösser als das der Erwachsenen», gibt Charles Dewarrat zu. Auf diese Aussage antwortet ein Schüler: «Aber es liegt an Ihrer Generation von Entscheidungsträgern, mit gutem Beispiel voranzugehen!»

Ein gelungener Tag

Wir spürten im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern, dass sie stolz waren, an dieser Aktion teilgenommen zu haben und das sie vom Kauf von Second Hand überzeugt sind. «Die Themenateliers haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, Dinge wieder zu gebrauchen statt Neues zu kaufen», bestätigt ein Schüler aus dem ersten Jahr. Die Lehrerschaft, die bei der Organisation mitgewirkt hat, hebt die grosse Unterstützung des Freiburgischen Roten Kreuzes bei der Organisation des Thementages hervor. Sie ermöglichten einen Besuch im Verteilzentrum und trugen zur Logistik bei, Ausleihe von Material wie Kleiderbügeln, Spiegeln und Containern für die Kleidersammlung. Der Tag war ein grosser Erfolg! Die Schülerinnen und Schüler spenden den Erlös der Kleiderbörse an Organisationen, die sich für die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels einsetzen, unter anderem auch dem Freiburger Roten Kreuz und dem Schweizerischen Roten Kreuz.