aus dem Jugendmagazin «ready for red cross»

Hilf jetzt! Gemeinsam gegen Corona

Corona bewegt unsere Gesellschaft und bringt neue Herausforderungen mit sich. Die ungewohnte Situation löst aber auch viele zivilgesellschaftliche Initiativen aus, um diese Herausforderungen anzugehen. So startete auch die Hilf-jetzt-Gruppe «Ich möchte helfen» mit den Einsatzgebieten Urtenen, Schönbühl, Moosseedorf, Mattstetten und Jegenstorf während der ersten Covid19-Welle im März 2020.

Von Melanie Senn

Quasi über Nacht entstand die Hilf-jetzt-Gruppe «Ich möchte helfen» in Urtenen-Schönbühl. Jaël Vanessa Zürcher hat von einem Kollegen von Hilfe jetzt erfahren und wollte die Nachbarschaftshilfe gerne in ihrer Gemeinde aufziehen. Kurzerhand entwarf sie einen einfachen Flyer. Am nächsten Tag bot ihr die Druckerei neben ihrem Wohnhaus an, 2000 Flyer gratis zu drucken. Gesagt, getan und bald konnte sie die Informationen zu ihrem Projekt in der Gemeinde und darüber hinaus verteilen.

Es ging nicht lange und ihr Mobiletelefon begann zu klingeln. Helferinnen, Helfer und Risikopersonen meldeten sich mit grossem Interesse bei ihr. Schnell realisierte Jaël, dass sie Unterstützung braucht. Die bekam sie auch in ihrem Freundeskreis. Die Gruppe entwickelte sich schnell, und durch das Engagement von zahlreichen Personen stand nach kurzer Zeit ein Dispotool, wo die Kunden und Helferinnen und Helfer erfasst werden konnten, und etwas später entstand auch eine Webseite.

Motivation für Freiwilligenarbeit

Jaël engagierte sich schon früh freiwillig: «Es freut mich, wenn ich sehe, dass ich anderen eine Freude bereiten kann.» Was sie vor allem beeindruckt bei ihrem jetzigen Engagement ist die Dankbarkeit der Menschen. Häufig sind es die kleinen Dinge, die besondere Wertschätzung finden. Zum Beispiel, wenn Jaël sich länger Zeit nimmt für ein Telefonat, um mit den häufig etwas einsamen Personen zu reden und zuzuhören.

Schwierigkeiten während der zweiten Welle

Im Vergleich zur ersten Welle merkte die Gruppe im Winter 2020 sehr stark, dass es keinen Lockdown gab. Die Helferinnen und Helfer hatten weniger Zeit, weil sie häufig selber arbeiten mussten. Entsprechend ist auch bei der Leitung der Gruppe, Jaël, Nina Grimm und Florian Wälchli mehr Einsatz gefordert. Das Team ist mittlerweile eingespielt und weiss, wie es mit der Herausforderung umgehen muss. Ein Vorteil ist auch, dass sie bereits auf gewisse Dinge zurückgreifen können, die sie im Frühling aufgebaut haben und auch die Helferinnen und Helfer mittlerweile gut kennen. Trotzdem wären sie manchmal froh um etwas mehr Unterstützung.

Zukunft der Gruppe

Die Gruppe «Ich möchte helfen» hat schnell für Aufmerksamkeit gesorgt und so bekam auch die Gemeinde mit, was hier entstand. Da sie schon seit langem eine unkomplizierte, informelle Nachbarschaftshilfe aufbauen wollten, steigen sie nun gleich mit ein und unterstützen die Gruppe finanziell. So ist aus dem Lockdown im März ein nach - haltiges Projekt entstanden. Für die Zukunft wünscht sich Jaël, dass alle Menschen in ihrer Umgebung Hilfe bekommen, wenn sie diese brauchen. Das muss nicht auf Corona bezogen sein, sondern kann auch ganz andere Situationen betreffen. Wenn sich zum Beispiel jemand das Bein bricht und nicht einkaufen gehen kann, soll der Person gleich die Gruppe in den Sinn kommen. Durch diese kann sie schnell und unkompliziert Hilfe erhalten

Werde aktiv!
Organisiere dich im Freundeskreis, um andere Menschen zu unterstützen. Finde Hilfe, wenn du oder eine andere Person, die du kennst, Unterstützung benötigen. Bei www.hilf-jetzt.ch findest du Kontakte und Tipps für die Selbstorganisation. Das Schweizerische Rote Kreuz übernahm am 1. August 2020 die Plattform, um diese nachhaltig weiterzuführen.