Inside SRK - Jobs beim SRK

Gusuma Luder, HR-Assistentin in der Abteilung Personal

Gusuma Luder wurde vor kurzem 22 Jahre alt und arbeitet in der Abteilung Personal des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Sie kennt diesen Betrieb sehr gut, da sie hier ihre Ausbildung zur Kauffrau EFZ absolviert hat. Mit nur 15 Jahren ist die Halb-Schweizerin Halb-Thailänderin alleine von Asien in die Schweiz gekommen, um hier ihre Berufsausbildung zu absolvieren.

Aufgezeichnet von Delphine Marchbach, JRK Freiburg

Worin besteht deine Aufgabe beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK)?

Ich arbeite seit August 2015 in der Abteilung Personal und kümmere mich um administrative Aufgaben. Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Kauffrau EFZ im SRK wurde diese Stelle frei und mir vorgeschlagen. Die Abteilung hatte viel zu tun und das bestehende Team nicht die nötige Kapazität, alles zu bewältigen.

Mir gefällt mein Job sehr, z.B. stellen wir die Arbeitsverträge der SRK-Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle Bern und Wabern (485 Mitarbeitende, 340 Vollzeitstellen) sowie die unserer Delegierten im Ausland auf. Die Anzahl der Delegierten (>60 Delegierte) schwankt stark und hängt jeweils von den Einsätzen und Projekten ab, welche aktuell in Erarbeitung sind.

Während meiner Lehrzeit habe ich alle sechs Monate die Abteilung innerhalb des SRK gewechselt: Empfang, Direktion, Marketing, Finanzen, Personal, Bildung - ich erhielt praktisch überall einen Einblick, eine sehr spannende Zeit!

Du hast einen Teil deiner Kindheit in Thailand verbracht. Warum?

Meine Mutter ist Thailänderin, mein Vater Schweizer. Ich bin in der Schweiz geboren und habe hier mit der Schule begonnen. Als ich 9 Jahre alt war, sind wir nach Thailand gezogen, da meine Mutter Heimweh hatte. Mit nur ein paar Koffern bestückt, haben wir in Thailand ein neues Zuhause gefunden. Ich führte meine Schulzeit an einer Deutschen Schule fort. Meine Eltern hatten immer den Wunsch, dass ich meinen Bildungsweg danach in der Schweiz weiterführe, wo der Arbeitsmarkt und auch die Bildungsmöglichkeiten besser sind. Deshalb haben sie für mich eine Schule in meiner Erstsprache gesucht.

Wann bist du in die Schweiz zurückgekehrt und weshalb?

Ich war 15 Jahre alt, als ich das Elternhaus verlassen hatte und in die Schweiz zurückgekehrt bin. Ich wollte hier eine Ausbildung beginnen. Einen Ausbildungsplatz in der Schweiz von Thailand aus zu finden, war wegen der grossen Distanz sehr anspruchsvoll. Obwohl ich in der Schweiz auch Verwandte habe, war es ein grosses Abenteuer mit nur 15 Jahren Thailand und meine Eltern zu verlassen. Meine Eltern machten sich natürlich Sorgen, da ich mich aber als selbstständig genug erwies, vertrauten sie mir und haben mich ziehen lassen.

Vor meiner Lehre beim SRK arbeitete ich ein Jahr in Genf als Au-pair. Dies erlaubte mir, Französisch zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Es war auch aufgrund dessen viel einfacher, eine Lehrstelle in der Schweiz zu finden.

Wie bist du zum SRK gekommen?

Ich habe mich an mehreren Orten beworben. Eine Bekannte machte mich auf die Lehrstelle beim SRK aufmerksam und ich habe mein Glück versucht. Während der Lehrstellensuche wurde es für mich immer wichtiger, eine Lehrstelle in einem Betrieb zu finden, bei dem ich Menschen helfen kann. Zudem ist das Arbeitsumfeld im SRK sehr international und ich kann meine Fremdsprachenkenntnisse einsetzen und weiterentwickeln.

Bist du mit deiner Aufgabe im SRK zufrieden?

Das SRK ist eine gute Arbeitgeberin, die Stimmung ist angenehm und meine Arbeitskolleginnen und -kollegen sind sehr sympathisch.

Ich schätze es ausserdem, dass wir bei unserer Arbeit versuchen, die 7 Rotkreuzgrundsätze zu leben, auch wenn es nicht immer einfach ist. Ich glaube, dass sie mich in meinem Leben weiterhin begleiten werden, auch wenn ich einmal nicht mehr beim SRK tätig bin.

Hat sich etwas in deinem Alltag oder in deiner Denkweise geändert, seit du im humanitären Bereich arbeitest?

Mir war schon immer bewusst, dass vielen Menschen geholfen werden muss.

Seit ich beim SRK arbeite, beschäftigen mich die Freiwilligenarbeit und Neutralität stärker als zuvor.

Leider bin ich momentan aus Zeitgründen nicht als Freiwillige tätig und weiss auch noch nicht, in welchem Bereich ich mich einsetzten würde. Ich denke jedoch darüber nach.

Welches sind deine Pläne für die berufliche Zukunft?

Seit meiner Lehre habe ich die Weiterbildung zur Personalassistentin absolviert. Ab Herbst 2018 werde ich mein Bachelor-Studium in Angewandter Psychologie mit Fachrichtung Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie bestreiten. Danach ergibt sich ja vielleicht innerhalb der internationalen Rotkreuz-Bewegung eine Möglichkeit, Neues zu erleben.