Asyl- und Flüchtlingsdienst Uri

Integrationsdienstleistungen

Die Klientinnen und Klienten werden bedarfsorientiert im Bereich der beruflichen, sprachlichen und sozialen Integration gefördert. Die Ziele und Massnahmen orientieren sich an deren Bedarf und individuellen Ressourcen sowie am rechtlichen und finanziellen Rahmen der Integrationsagenda Schweiz.

Begriffsklärung

Asylsuchende sind Personen, die Asyl beantragt haben und deren Asylgesuch noch nicht abgeschlossen ist.

Anerkannte Flüchtlinge sind Personen, die im Heimatstaat oder im Land wo sie zuletzt wohnhaft waren, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, sexuellen Orientierung, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind, oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden.

Vorläufig aufgenommene Personen sind Personen mit negativem Asylentscheid, bei denen eine Wegweisung in das Herkunftsland aber nicht möglich, oder wegen konkreter Gefährdung nicht zumutbar ist.

Berufliche Integration

Bei der beruflichen Integration handelt es sich um Ausbildung und Arbeitsmarktintegration. Ziele sind die Qualifizierung und die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt und anschliessend das Erreichen der finanziellen Selbstständigkeit. Jedoch: Bildung kommt vor der Arbeit, da eine abgeschlossene Ausbildung die Chancen auf die Arbeitsmarktintegration deutlich erhöht.

Die Ressourcen der Klientinnen und Klienten sind sehr unterschiedlich – hoch gebildet bis bildungsfremd, lernfähig bis lernungewohnt. Die Meisten sind sehr motiviert, um ein selbstständiges Leben in der Schweiz aufzubauen, obwohl die Anforderungen an die Zielgruppe sehr hoch sind. Ihre Berufs- und Studienabschlüsse sind in der Schweiz selten anerkannt. Dies erschwert ihren Arbeitsintegrationsprozess und ihr Potenzial tendiert unsichtbar und ungenutzt zu bleiben. Hinzu kommt die sprachliche Barriere. Ein defizitorientierter Integrationsdiskurs wirkt kontraproduktiv. Deshalb orientieren wir uns am vorhandenen Potenzial und den Stärken der Klientinnen und Klienten sowie einem gegenseitigen Integrationsmodell. Das Ziel ist, das Potenzial der Zielgruppe zu stärken und sichtbar zu machen (Empowerment).

Arbeitsmarktintegration im Gastgewerbe

Im Jahr 2011 wurde ein Arbeitsintegrationsprojekt im Bereich Gastronomie ins Leben gerufen: das Schulungsrestaurant Fomaz in Altdorf. Das Ziel ist es, anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen die Möglichkeit zu bieten, erste Erfahrungen im Gastgewerbe zu sammeln und dadurch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Die Teilnehmenden absolvieren während eines Jahres ein Praktikum, das durch theoretische Schulungen und fachspezifischen Deutschunterricht ergänzt wird. Das Fomaz bietet sechs Praktikumsplätze und zwei Lehrstellen an. Einige Teilnehmende finden bereits während des Ausbildungsjahres eine Festanstellung.

Im Jahr 2016 wurde das Projekt mit der Übernahme des Restaurants Schützenmatt erweitert. In der Schützenmatt erhalten anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen einen befristeten Arbeitsvertrag und werden branchengerecht entlohnt. Je nach wirtschaftlicher Lage bietet das Restaurant Schützenmatt zwei Lehrstellen und drei Arbeitsplätze.

Praktika und Arbeitsplätze

Es werden Praktikums- und Arbeitsplätze für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen in verschiedensten Berufsfeldern und Firmen akquiriert. Ein Praktikum hilft erste Berufserfahrung im Schweizer Arbeitsmarkt zu sammeln und dient als Übergangslösung zu einer Ausbildung und/oder zur direkten Anstellung.

Sprachliche Integration

Es werden eigene Deutsch- und Allgemeinbildungskurse für Asylsuchende angeboten, damit sie die Sprache bereits bei ihrer Ankunft im Kanton lernen. Dies erleichtert ihre soziale und berufliche Integration. Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen besuchen Deutschkurse bei externen Anbietern, wie z.B. dem BWZ.

Soziale Integration

Zur Förderung der sozialen Integration gibt es acht verschiedene Module, deren Inhalte an die Klienten vermittelt werden. Diese Kurse stellen eine hausinterne Schulung dar, welche aus Modulen zu den Themen Umwelt, soziale Integration, soziale Sicherheit, Gesundheitssystem, Mietrecht, Bildungssystem und Arbeiten in der Schweiz besteht. Sie werden in den jeweiligen Landessprachen der Teilnehmenden vermittelt und richten sich in erster Linie an anerkannte Flüchtlinge und an vorläufig aufgenommene Personen.