aus dem Jugendmagazin ready for red cross

«take your marks - go!»

Deutschland, Belgien, Frankreich und die Schweiz – am Colmar Cup (F) hatte die Jugend-Nationalmannschaft der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG ihren ersten Einsatz auf internationalem Parkett. So auch Nathalie Thomé, die für «Ready» darüber berichtet.

Am Samstag, 9. Februar, fand in Colmar der traditionelle Colmar Cup statt. Die Jugend-Nationalmannschaft fuhr in einem Minibus ins nahe Frankreich. Es war erst unser zweiter gemeinsamer Einsatz nach einem Trainingswochenende, und wir nutzen ihn, um uns besser kennenzulernen. Da es am Morgen zeitig losgehen würde, verbrachten wir die Nacht in einem Bed & Breakfast. Am Samstag hiess es dann früh aufstehen, da das Einschwimmen bereits um halb acht Uhr begann.

Tolle Eröffnungszeremonie

Leider war das Wasser nicht so erfrischend kalt, dass es uns sofort aufgeweckt hätte, sondern wohlig und warm wie im gemütlichen Bett. Dank der Vorfreude auf die kommenden Rennen wurden wir aber trotzdem hellwach. Dann gings los mit dem Wettkampf und dem Einmarsch der Athletinnen und Athleten. Jedes Team wurde angekündigt und trat mit seiner Team- oder Landesfahne ins Schwimmbad ein und drehte eine Runde um den Pool. Einen solchen offiziellen Einlauf und eine solche tolle Atmosphäre habe ich bis jetzt noch nie an einem Wettkampf erlebt.

Verschiedene Wettkampfdisziplinen

Schon bald hiess es «Take your marks – go!» Wir schwammen am Colmar Cup verschiedene internationale Disziplinen des Rettungsschwimmsports. So zum Beispiel 200 Meter Hindernisschwimmen. Bei diesem Rennen müssen die Rettungsschwimmerinnen und –schwimmer 200 Meter schwimmen und achtmal unter einem 70 cm tiefen Hindernis hindurchtauchen. Bei der Disziplin Lifesaver kommt weiteres Material zum Einsatz: Der Wettkämpfer oder die Wettkämpferin muss zuerst 50 Meter mit Flossen und dem Gurtretter auf den Rücken ge-schnallt schwimmen. An der 50-Meter- Marke steht eine mit Wasser gefüllte Puppe bereit. Der Gurtretter,  elcher auch Rescuetube genannt wird, muss nun um die Puppe geschnallt und anschliessend 50 Meter abgeschleppt werden. Eine solche Puppe wiegt 30 Kilogramm! Auch darf der Kopf der Puppe bei dieser Disziplin nie unter Wasser kommen, sonst wird man disqualifiziert. Obwohl wir ein dichtes Wettkampfprogramm hatten und viele Rennen schwammen, fanden wir trotzdem immer Zeit, unsere Teamkameraden anzufeuern oder ihnen zu einem guten Resultat zu gratulieren.

Der Totenkopf

Nach dem Mittagessen folgte die kombinierte Rettungsübung, die aufgrund des Schwierigkeitsgrades unter Rettungsschwimmerinnen und –schwimmern auch unter dem Namen «Totenkopf» bekannt ist. Man muss bei dieser Disziplin 50 Meter schwimmen, danach zu einer Puppe tauchen, die 17,5 Meter weiter entfernt liegt, sie bergen und danach ins Ziel schleppen. Diese Übung ist mir im Training nur selten geglückt. Schafft man es nämlich nicht, die 17,5 Meter am Stück zu tauchen, wird man disqualifiziert. Deswegen war mir vor dem Start etwas mulmig. Nach fünf Meter Tauchen habe ich gedacht, ich würde es nicht weiter schaffen, dann bekam ich plötzlich einen Adrenalinstoss und tauchte immer weiter ,bis zur Puppe. Ich war stolz und überglücklich, endlich diese Übung geschafft zu haben.

Viele persönliche Bestzeiten

Mit der superschnellen Disziplin Linethrow ging der lange Wettkampftag zu Ende. Ein Seil muss vom Beckenrand zu einer Person geworfen und dann die Person an Land gezogen werden. Die ganze Übung darf nicht länger als 30 Sekunden dauern, sonst ist die Zeit ungültig. Mein Team schaffte die beste Damenzeit! Viele von der Jugend-Nationalmannschaft konnten am Colmar Cup ihre persönlichen Bestzeiten verbessern und holten gute Platzierungen. Nach dem Wettkampf besuchten wir das Städtchen Colmar, um typische französische Crêpes zu essen. Mit vollen Bäuchen, ein wenig müde, aber zufrieden fuhren wir noch am selben Abend mit dem Mini-Bus zurück. Viele träumten auf der Rückfahrt bereits von unseren nächsten gemeinsamen Ausflügen – dem Trainingslager in St. Tropez (F) und der Jugendeuropameisterschaften in Rom