Freiwillig engagiert bei der SLRG

Sportbegeisterter Lebensretter

Es stimmt - Rettungsschimmer sind sportlich, einige gar Spitzensportler. Aber sie suchen nicht tagelang mit dem Fernglas ein Gewässer ab und holen dann in abenteuerlicher Mission stets bewusstlose oder um Hilfe rufende Person aus dem Wasser. Die meisten sind nebenberuflich Mitglied bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG). Lebensretter sind sie daher immer und überall – auch an Land.

Ausgebildete Rettungsschwimmer haben das geschulte Auge für die Gefahr im und am Wasser. Sie sind einerseits Sportler, andererseits Lebensretter. Wie Thomas Rauber, dessen Porträtbild überlebensgross durch die ganze Schweiz unterwegs ist. Er ist als bekennender Fan des SRK stellvertretend für alle Mitglieder der SLRG auf der SRK-Lokomotive abgebildet. Der 34-jährige Präsident der SLRG-Sektion Baden-Brugg hat eine lockere und jugendliche Ausstrahlung und lächelt oft genau so offen wie auf dem Fan-Foto. Rettungsschwimmen ist für ihn kein Beruf, aber deutlich mehr als ein Hobby. Sein Engagement als Sektionspräsident ist unbezahlt. Er arbeitet als Konstrukteur am Paul-Scherrer-Institut, eine Arbeit, die er gerne macht.

Der Lebensretter

Dabei wollte er als 15-Jähriger nur «mal schnell das Brevet machen», um vorbereitet zu sein für seinen Traumberuf. Sportlehrer wollte er damals werden. Der Traum ist ihm davon geschwommen. Aber der Kursbesuch hat ihm dennoch eine Erfolgswelle im Leben gebracht. Er lernte während dem ersten Kurs in der SLRG den Rettungsschwimmsport und seine heutige Verlobte kennen und lieben. Beides wurde eine Liebe fürs Leben.

Heute gibt es nicht mehr DAS Brevet, sondern verschiedene Module. Als Instruktor hat Thomas Rauber fast alle Kursmodule absolviert, welche die SLRG anbietet. Zum Beispiel für Rettung und Aufsicht an Schwimmbecken (Pool) sowie Nothilfeausbildungen für die Herz-Lungen-Wiederbelebungsmassnahmen. Er ist selber Kursleiter für SLRG-Kurse am Pool und für Wiederbelebung, dem sogenannten BLS-AED. Insofern hat sich sein ursprünglicher Berufswunsch als Teilzeitmandat erfüllt. Mit dem Vorteil, dass seine Auszubildenden aus eigener Motivation in die Kurse kommen. SLRG-Basiskurse sind für alle geeignet. Für Eltern, die sicher mit Kindern baden gehen möchten genau so wie für Berufsleute wie Aufsichtspersonen am Wasser. «Aber für weiterführende Kurse, wie zum Beispiel das Modul Fluss, braucht es dann schon eine gewisse Grundkondition», merkt er an.

«Als Rettungsschwimmer hat man nie ausgelernt.»

Was empfiehlt er als Rettungsschwimmer einem durchschnittlichen Spaziergänger, der eine Person im Fluss um Hilfe rufen sieht? «Bringen Sie sich nicht selber in Gefahr, so helfen Sie letztlich niemandem. Fordern Sie mit dem Handy Hilfe an, rufen Sie nach einer geeigneten Person. Suchen Sie nach Rettungsgerät, zum Beispiel einem Rettungsring». Wobei auch das Werfen eines solchen geübt sein will. «Das ist in fliessendem Wasser nicht so leicht, wie man glaubt. Das stellen auch wir bei unseren Übungen immer wieder fest.» Er lässt erahnen, dass man als Rettungsschwimmer nie ausgelernt hat.

Der Sportbegeisterte

Er trainiert regelmässig und schätzt es, dass er sich in der Masterklasse ausschliesslich mit über 30-Jährigen messen kann. Rauber rühmt die Vorzüge von Rettungsschwimmen als Teamsport, das was ihn begeistert: «In der Rettungsstaffel müssen alle in einem Team perfekt aufeinander abgestimmt handeln – das ist spannend und eine ganz andere Herausforderung als Schwimmen auf Zeit.»

«Auf unsere Erfolge an internationalen Wettkämpfen bin ich stolz.»

Als Vereinspräsident ist er stolz auf herausragende Athleten seiner Sektion. Manuel Zöllig ist Weltmeister und hat gegen Nationen gewonnen wie Australien, wo Rettungsschwimmen viel stärker gefördert wird. Wäre das der neue Traum von Thomas Rauber? Rettungsschwimmen als Sport, der Menschenleben rettet an den Olympischen Spielen? «Ja, das wäre allerdings was! Bis jetzt werden unsere Erfolge an internationalen Meisterschaften in den Zeitungen immer in der Rubrik «Lokales» publiziert und nicht im Sportteil. «Möglich das dies dann ändern würde», sagt er mit einem Schmunzeln. Eine sportliche Wertschätzung, die verdient wäre. Auch weil die Rettungsschwimmer nicht gegen den Strom schwimmen, sondern sie ganz nah bei der Bevölkerung sind und zudem hart trainieren.