Freiwilligenarbeit

Keine Auslandeinsätze im SRK

Das SRK erhält täglich Anfragen von Personen, die sich freiwillig im Ausland engagieren möchten – ob als Antwort auf Katastrophen oder in der Entwicklungszusammenarbeit. Das SRK bietet aus verschiedenen Gründen jedoch keine Auslandeinsätze für Freiwillige an.

Das Engagement des SRK im Ausland

Im Ausland ist das SRK in den folgenden drei Bereichen tätig:

  • Not- und Katastrophenhilfe
  • Wiederaufbau
  • Entwicklungszusammenarbeit

Dabei koordiniert das SRK seine Tätigkeit mit anderen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). Die Programme werden mit bezahlten Fachkräften und lokalen Freiwilligen umgesetzt.

Not- und Katastrophenhilfe, Wiederaufbau

Im Fall einer Katastrophe – wie bei Erdbeben, Überschwemmungen, Epidemien usw. – koordiniert die betroffene Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft gemeinsam mit der IFRC die Not- und Katastrophenhilfe im Land. Dabei kommen die Rotkreuz-Freiwilligen des betroffenen Landes zum Einsatz. Das hat folgende Vorteile:

  • Die Freiwilligen sind rasch vor Ort.
  • Die Freiwilligen kennen die lokale Sprache und die kulturellen Gegebenheiten.
  • Die Freiwilligen sind Teil der Bevölkerung und geniessen deren Vertrauen.
  • Die Freiwilligen sind mit den Strukturen ihrer Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft vertraut, sind von ihr geschult und kennen ihre Ansprechperson.
  • Die Freiwilligen sind auch nach der unmittelbaren Nothilfe noch vor Ort und können nachhaltige Hilfe leisten, z.B. beim Wiederaufbau oder in der Katastrophenvorsorge.

Das SRK und weitere nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften verfügen über Emergency Response Units (ERU). Diese bestehen aus einem Team von bezahlten Fachkräften, die speziell für Notlagen geschult sind und spezifische Aufgabenprofile erfüllen (im SRK Logistiker oder Gesundheitsfachleute). Die IFRC entscheidet welche ERU zum Einsatz kommen, weshalb das SRK nicht bei jeder Notlage zum Einsatz kommt. 

Entwicklungszusammenarbeit

Das SRK leistet in rund 30 Ländern langfristige Entwicklungszusammenarbeit. Dafür stehen ca. 100 vom SRK angestellte Delegierte weltweit im Einsatz und hunderte lokale Mitarbeitende. Aus diesen Gründen setzt das SRK keine Schweizer Freiwilligen für die Entwicklungszusammenarbeit ein:

  • Fehlende Nachhaltigkeit bei Kurzeinsätzen
  • Zusammenarbeit mit lokalen Mitarbeitenden und Organisationen
  • Ausschliesslicher Einsatz von Fachkräften mit bestimmtem Profil aufgrund der anspruchsvollen Aufgaben
Berufliches Interesse?
Hilfreiche Informationen: cinfo
Stellen im SRK

Nachhaltige Entwicklung

In der Entwicklungszusammenarbeit des SRK steht eine nachhaltige Entwicklung in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung im Fokus. Neben wenigen bezahlten Delegierten, die vom SRK rekrutiert und angestellt werden, wird deshalb vor allem mit lokalen Mitarbeitenden und Organisationen gearbeitet. Aus diesem Grund ist der Bedarf an Delegierten beschränkt.

Die Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit ist vielseitig aber sehr herausfordernd, weshalb das SRK ausschliesslich qualifizierte und erfahrene Fachkräfte einsetzt, die den breit gefächerten und anspruchsvollen Anforderungen gewachsen sind. Es handelt sich dabei um bezahlte Stellen und nicht um Freiwilligenarbeit.

Sozialeinsätze und Voluntourismus

Das Interesse an Entwicklungsfragen und Kurzeinsätzen im Ausland ist gross, viele möchten während einigen Wochen oder Monaten einen Freiwilligeneinsatz in Afrika, Asien oder Lateinamerika leisten. Häufige Motive sind: Anderen helfen wollen, den eigenen Horizont erweitern, eine andere Sprache und Kultur kennen lernen oder der Wunsch nach einer Auszeit.

Diese Wünsche und Absichten sind alle berechtigt, doch lassen sie sich mit der Strategie des SRK für eine langfristige und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit nicht vereinen. 

Aufgrund einer steigenden Nachfrage haben auch die Anbieter von Freiwilligeneinsätzen im Ausland zugenommen. Verschiedene Organisationen und Reiseveranstalter bieten gegen Bezahlung Kurzeinsätze an. Ein solcher Kurzeinsatz kann zwar einen Eindruck vom Leben in einem fremden Land vermitteln und eine persönliche Bereicherung sein, doch der Nutzen für die Lokalbevölkerung ist gering.