Frauenstreiktag

Freiwillige und Frauen in Pflegeberufen: Was wäre, wenn es sie nicht gäbe?

Der diesjährige Frauenstreiktag will auf die Arbeitsbedingungen von Frauen aufmerksam machen. Wir würdigen insbesondere die Arbeit der Pflegehelfer/-innen SRK und der unzähligen freiwillig engagierten Frauen, die aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken sind und fordern mehr Chancengleichheit.

Pflegehelferinnen, Freiwillige, betreuende Angehörige, Kursleiterinnen: Was wäre, wenn sie alle fehlen würden? Zum diesjährigen Frauenstreiktag zeigen wir auf, welch grosser Anteil an Pflege- und Betreuungsarbeit von Frauen geleistet wird – bezahlt oder unbezahlt. Dazu ein paar Zahlen.

Die Rotkreuz-Kantonalverbände bilden jährlich rund 4‘500 Pflegehelfer/-innen SRK aus. Diese Personen arbeiten in Alters- und Pflegeheimen und Spitälern unterstützend in der Krankenpflege.

Pflege ist weiblich

  • 90% der vom SRK ausgebildeten Pflegehelfer/-innen sind Frauen.
  • Die Gruppe Assistenzstufe der BFS-Statistik umfasste 2016 59‘438 Personen, der grösste Teil davon sind Pflegehelfer/-innen SRK.
  • 2014 arbeiteten rund 18‘700 Pflegehelfer/-innen SRK in Alters- und Pflegeheimen und unterstützten alleine lebende ältere Menschen zuhause.
  • Ein nicht zu unterschätzender Teil von Pflegehelfer/-innen SRK pflegen und betreuen auf freiwilliger Basis Angehörige und Nachbarn.

Dieser überwältigende Anteil von Frauen in den Pflegeberufen gilt es sukzessive mit Männern aus zu gleichen.

1,9 Millionen pflegende Angehörige

Ohne betreuende und pflegende Angehörige wäre unsere Gesellschaft nicht überlebensfähig. 1,9 Millionen Menschen – oder 35% der ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren – unterstützen, betreuen und begleiten täglich ein Kind oder eine erwachsene Person. Eine grosse Zahl der betreuenden Angehörigen ist nicht erwerbstätig oder nicht mehr im erwerbstätigen Alter. Diese Gruppe ist teilweise selber gesundheitlich gefährdet, was durch zu leistende Betreuungsaufgaben oft verschärft wird. Mehrheitlich sind es Frauen, die der Gesellschaft Pflegekosten in Milliardenhöhe ersparen.

Frauen: unbezahlt und unsichtbar

In den Rotkreuzkantonalverbänden waren 2018 14.990 Personen im Einsatz. Unter den Freiwilligen sind 57.3 Prozent Frauen und 42.7 Prozent Männer. Allerdings übernehmen Männer tendenziell sichtbare und honorierte Positionen in Vereinen, während sich Frauen häufiger an informeller (z.B. Pflege und Betreuung) Freiwilligenarbeit beteiligen.

Bewusstsein schaffen und anerkennen

SRK-Direktor Markus Mader ist es wichtig, zum Frauenstreiktag diesen Einsatz von Frauen anzuerkennen und ein Bewusstsein für bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu schaffen. «Am Frauenstreiktag setzen sich Frauen gegen Lohnungleichheit, Diskriminierung und ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ein. Das unterstützen wir im SRK und darauf arbeiten wir auch in unseren Projekten und Dienstleistungen hin.»