Suchdienst SRK

Suche nach dem verlorenen Sohn

Rehema denkt immer wieder an den Moment zurück, als sie ihren Sohn Issa bei einer Freundin zurückliess und aus ihrem Land flüchtete. Mit 19 Jahren bekam sie ein uneheliches Kind, was dazu führte, dass ihre Familie sie vor die Türe setzte.

Die Lebensumstände auf der Strasse in Somalia machten es ihr unmöglich, alleine ihren Sohn zu ernähren. Issa war einjährig, als sie auf der Suche nach einem Einkommen nach Saudi­Arabien flüchtete. Dort arbeitete sie unter schwierigsten Umständen in einem Haushalt. Mit dem verdienten Geld setzte sie ihre Flucht fort in die Schweiz. Hier ange­langt, kommt sie in Kontakt mit dem Schweizerischen Roten Kreuz im Kanton Wallis. Die vor Ort zuständige Sozialarbeiterin gibt Rehema den Rat, Issa mit Hilfe des Suchdienstes zu suchen.

Unterstützt von einer Mitarbeiterin des SRK füllt Rehema die Formulare aus, die für eine Suche in Somalia benötigt werden. Dort helfen die Angaben des betreffenden Clans, Subclans und viele andere Auskünfte weiter als ein Geburtsdatum. 

Und tatsächlich, im Januar 2010 meldet sich eine Frau aus Kenia beim IKRK in Nairobi und behauptet, dass Issa bei ihr sei. Rehema kann es kaum glauben, denn sie kennt diese Frau nicht und versteht auch nicht, warum Issa in Kenia ist.

Das IKRK sendet Fotos von Issa, der jetzt ein Junge von sechs Jahren ist. Rehema erzählt der Mitarbeiterin des Suchdienstes SRK von einem Geburts­ mal, das Issa hat. Sie denkt, dass er die kleine Delle in der Bauchgegend immer noch hat und dieses Mal ihn von den anderen Kindern unterscheidet. Gleichzeitig kommt auch aus Kenia eine Rotkreuz­Nachricht mit einem Foto. Auf dieser ist erwähnt, dass der Junge ein Geburtsmal am Bauch hat.

Suche in Somalia
In Somalia ist es aufgrund der Sicherheitssituation sehr schwierig, Personen direkt vor Ort zu suchen. Deshalb greift das Rote Kreuz auf Radioaufrufe zurück. 

Unfassbar für Rehema, aber wahr: Issa ist gefunden worden und lebt bei einer fremden Familie in einem Flüchtlings­camp in Kenia. Rehema steht zuerst unter Schock. Ihre Gefühle schwanken zwischen einer unglaublichen Freude, dass Issa lebt und gesund ist, und banger Erwartung. Es ist für sie schwierig zu ertragen, dass sie ihn noch nicht bei sich haben kann.

Sie stellt bei den schweizerischen Behörden einen Antrag auf Familien zusammenführung, der auch bewilligt wird. Rehema kann nun endlich nach so vielen Jahren Ihren Sohn wieder in die Arme schliessen. Nun gilt es langsam wieder eine Verbindung zwischen Mutter und Sohn aufzu­bauen, was nach so langer Trennung eine grosse, aber auch sehr schöne Herausforderung ist.