Soziale Integration

Drei Fragen an Dorothee Pujol

Die Sozialarbeiterin vom Roten Kreuz Graubünden hat eine Nachdiplomstudium in interkultureller Kommunikation und ist seit sechs Jahren Verantwortlich für eins-zu-eins.

Was bewirkt eins zu eins?
Zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen entsteht eine Beziehung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Wertschätzung basiert. Da passiert etwas – und das hat eine grosse Wirkung: Die Flüchtlinge sind nicht mehr alleine. Es entstehen Gespräche, Ängste werden abgebaut, Kontakte geknüpft. Denn es ist doppelt schwierig in einem fremden Land, niemanden zu kennen und nicht gut deutsch zu sprechen. 

Nützt das Angebot auch den Gemeinden und dem Kanton?
Ja, denn wir arbeiten zusammen. Die Flüchtlinge sind alle anerkannt und werden uns durch den regio-nalen Sozialdienst zugewiesen. Die Freiwilligen leisten, was der Sozialdienst aufgrund seiner Kapazitä-ten gar nicht leisten kann. Das ist eine grosse gesellschaftliche Entlastung. 

Ausser der Vermittlung – was leistet das Rote Kreuz?
Wir begleiten die Freiwilligen eng, das ist wichtig. Neben einer eineinhalbtägigen Einführungsschulung bieten wir einen Weiterbildungstag an und drei regionale Austauschtreffen und individuelle Gespräche während des Einsatzes. Diese starke Einbindung ins Rote Kreuz wird von den Freiwilligen sehr geschätzt.