Coronavirus

So erlebten Rotkreuz-Mitarbeitende das Corona-Jahr

Corona fordert die Rotkreuzbewegung auf allen Ebenen. Ab März 2020 erarbeitete das Rote Kreuz Schutzkonzepte, stellte neue Dienstleistungen auf die Beine und beschaffte Schutzmaterial. Und wie erlebten die SRK-Mitarbeitenden das Corona-Jahr?

Finanzielle Soforthilfe für Menschen in Not

Mit 11.5 Millionen Schweizer Franken unterstützte das Rote Kreuz insgesamt 14'000 Menschen in Not mit finanzieller Soforthilfe.

«Das Corona Jahr war für mich geprägt von Unsicherheit und viel, viel Mehrarbeit. Als klar wurde, dass wir das Projekt COVID-Soforthilfe in Angriff nehmen konnten, musste alles sehr schnell gehen. Aber das Wissen, dass wir mit unserem persönlichen Einsatz armutsbetroffene Menschen unterstützen können, gab mir ein gutes Gefühl.»

Dorothee Minder, Projektleiterin Soziale Integration und Migration

Haiti: Pandemiefolgen vorbeugen

Das SRK unterstützt Haiti in den Bereichen Basisgesundheit, Trinkwasserzugang und Katastrophenrisikomanagement. Mit Unterstützung der Glückskette hat es 375'000 Schweizer Franken in die Bekämpfung des Coronavirus investiert.

«Mein Hauptanliegen war, sicherzustellen, dass wir die vom Schweizerischen Roten Kreuz unterstützten Projekte in Haiti weiterführen können. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie trafen die verletzlichsten Menschen besonders hart. Deshalb war es äusserst wichtig, dass wir unsere Unterstützungsleistungen aufrechterhalten können – dank dem Engagement unseres Teams vor Ort. Als Vater eines 6-jährigen Kindes musste ich mich aufgrund der Schulschliessungen und Homeoffice umorganisieren, aber die Solidarität unter den Nachbarn war beispielhaft.»

Bruno Gremion, Programmverantwortlicher Haiti SRK

Freiwillige – die grosse Ressource des Roten Kreuzes

Die Hälfte der bestehenden SRK-Freiwilligen gehören zur Risikogruppe. Sie konnten von einem Tag zum anderen keine Einsätze mehr leisten. Dank einer riesigen Mobilisierungsaktion stellten sich innerhalb eines Monats über 5000 neue, meist jüngere Freiwillige zur Verfügung.

«Die Coronakrise hat gezeigt, dass Freiwilligenarbeit essenziell ist in unserer Gesellschaft. Wir wurden gezwungen, kreativ zu sein, um die verletzlichsten Personen zu erreichen, und uns laufend anzupassen. Das Schweizerische Rote Kreuz und seine Mitgliedorganisationen sind sehr stark in der Mobilisierung von Freiwilligen – diese Stärke gilt es zu erhalten und auszubauen.»

Carine Fleury, Leiterin Kompetenzzentren Jugend- und Freiwilligenarbeit

SRK entlastet Gesundheitspersonal

Das SRK anerkennt ausländische Diplome in Gesundheitsberufen. 2020 sind die Anfragen um 25 Prozent gegenüber anderen Jahren angestiegen. Die Mitarbeitenden beantworteten 35'000 Mails und nahmen über 25'000 Anrufe entgegen. Dank der beschleunigten Anerkennung von Diplomen konnte das SRK zur Entlastung des Gesundheitspersonals beitragen.

«Unser Team ist trotz schwierigen Umständen effizient und motiviert geblieben. Wir waren mit einer unregelmässigen Arbeitsbelastung konfrontiert. Zu Beginn des Lockdowns waren nur wenige Anerkennungsgesuche per Post eingegangen, da häufig die benötigten Dokumente im Ausland nicht organisiert oder beglaubigt werden konnten. Später haben die Anfragen sprunghaft zugenommen, weil viele Gesundheitsinstitutionen ihr Personal aufgestockt haben.»

Patrizia Kotlàris, Mitarbeiterin Abteilung Bildung

«Stopp das Virus»: Kampagne in 16 Sprachen

Die Kampagne «Stopp das Virus» mit dem Komiker Müslüm als Botschafter wurde in 16 Sprachen übersetzt. So erreichte das SRK auch Menschen in der Schweiz, die keine offizielle Landessprache verstehen.

«Rund um die Uhr veröffentlichen wir auf unserem Webportal migesplus und in den Medien der Migrationsbevölkerung die neusten Infos zum Coronavirus. Mit dem Komiker Müslüm produzierten wir innerhalb von wenigen Tagen einen Film, den rund 200'000 Leute gesehen haben. Plötzlich sprudelten Ideen und vorher Unmögliches war möglich. Die Pandemie hat uns zwar mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, aber bei mir auch viel Energie und Ideen für neue Projekte freigesetzt. Ich hoffe, dass wir diesen Innovationsgeist auch nach der Krise beibehalten.»

Martin Wälchli, Fachbereichsleiter Gesundheitsförderung

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