Bedarfserhebung

Unterstützung für Personen aus dem Asylbereich beim Familiennachzug in die Schweiz

Bezugsmöglichkeiten

Publikationsdatum: Mai 2020
Artikelnummer:
15894924020

Als Familie zusammenleben zu können, ist nachweislich ein wichtiger Faktor für die (psychische) Gesundheit, emotionale Stabilität und einen erfolgreichen Integrationsprozess in der Aufnahmegesellschaft.

Gerade für Familien aus dem Asylbereich ist es leider keine Selbstverständlichkeit, das Recht auf Achtung des Familienlebens wahrzunehmen. Die Bedarfserhebung des Schweizerischen Roten Kreuzes zeigt auf, was bereits gemacht wird und wo Handlungsbedarf besteht. 

Handlungsempfehlungen 

  1. Integration: Besonders beachtet werden muss der positive Einfluss, den die Familieneinheit auf die Integration in der Schweiz haben kann.
  2. Anpassung des Familiennachzugs: Die Regelung für vorläufig aufgenommene Personen ist an jene für anerkannte Flüchtlinge anzupassen. 
  3. Prozesse und Wartefristen: Die behördlichen Verfahren sind zu vereinfachen und zu verkürzen. 
  4. Informationen: Im Zusammenhang mit Familiennachzug müssen Informationen in verschiedenen Sprachen für diverse Zielgruppen (Betroffene, Fachpersonen, Freiwillige) bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden.
  5. Unterstützung: Betroffene müssen in der Schweiz wie auch im Ausland bei rechtlichen, praktischen aber auch sozialen Fragen Unterstützung erhalten können.   
  6. Begleitung: Nach der Wiedervereinigung muss eine weitere Begleitung durch Fachpersonen sowie auch Freiwillige zugänglich sein.

«Wir empfehlen den Familienbegriff im Asylgesetz so anzupassen, dass systematisch auch weitere Familienangehörige berücksichtigt werden können, wenn eine finanzielle, physische, rechtliche, emotionale, soziale oder sicherheitstechnische Abhängigkeit besteht.»

Carolin Krauss, Leiterin Fachbereich Migration

Weitere konkrete Empfehlungen hat das SRK in seiner Bedarfserhebung Familiennachzug ausformuliert.