Help-Übung mit der SLRG

Verbandskasten gegen Schwimmbad

Ab ins Wasser! In einer Übung mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG Chur erhalten die Kinder der Help Samariterjugend Chur einen Crashkurs im Rettungsschwimmen. Wie stellen sich die Jungsamariterinnen und -samariter an? «Ready for Red Cross» berichtet

«Ertrinken spielen ist gar nicht so einfach», stellt Doreen fest. Das Mädchen soll für die nächste Übung das Opfer spielen und sich auf den Schwimmbadboden absinken lassen. Ruth Risch, Jugendgruppenleiterin der Schweizerischen Schaft Chur erklärt Doreen, wie es geht. «Du musst alle Luft aus dir rauslassen, dann sinkst du
von alleine zu Boden. Versuchs nochmal.» Doreen mit einem gezielten Griff an die Wasseroberflache. Dann demonstriert sie den staunenden Kindern den Nacken-Stirn-Griff, mit dem man eine zu rettende Person schwimmend an Land ziehen kann.

Kinder heben Erwachsene aus dem Wasser

Die Help-Gruppe Chur hat für diese Übung den Verbandskasten gegen das Schwimmbad getauscht. Gemeinsam mit der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG Chur üben sie sich im Rettungsschwimmen. «Wir ziehen die Leute aus dem Wasser – ihr helft uns an Land, die Opfer zu versorgen. Wir sind zwei Organisationen, die Hand in Hand retten», fasst Ruth die Aufgaben der beiden Rettungsorganisationen zusammen. Ruth hat Doreen nun an den Beckenrand gebracht. Wie bringt sie nun Doreen an Land, damit die Samariter ihre Aufgabe übernehmen können? «Schaut Kinder, wenn ihr die Person zu zweit am Oberarm packt, könnt ihr sie gemeinsam herausziehen », weist Ruth die Kinder an, «mit dieser Technik könnt ihr Kinder sogar Erwachsene aus dem Wasserbecken ziehen! Im Wasser sind die Menschen nämlich viel leichter.» Staunend lauschen die Kinder den Anweisungen von Ruth. Später versuchen sie es mit Ruth und tatsachlich – zwei Kinder schaffen es, Ruth mit dieser Technik aus dem Wasser an Land zu ziehen.

Rettungsgeräte werfen statt ins Wasser gehen

Ertrinkende Personen können unglaubliche Kräfte entwickeln. Es ist deshalb gefährlich, zu ihnen hinzuschwimmen. Be-vor man selbst ins Wasser springt, wirft man besser ein Rettungsgerat oder benutzt einen anderen Gegenstand zur Rettung. Bei Corina Pfister üben die Kinder Rettungsball werfen. «Schaut, der Rettungsball hat ein Netz um sich, damit man ihn besser werfen kann», erklärt Corina das Rettungsgerat. Schon die ersten Versuche im Rettungsballwerfen klappen auf Anhieb. Die Balle landen zielsicher kurz vor den «Opfern». Sofort springen die Kinder ins Wasser, schwimmen zu den «Opfern» und ziehen sie an den Beckenrand. Die Übung mit der SLRG gefällt den Jungsamariterinnen und –samaritern offensichtlich und es ist viel Talent für die Wasserrettung vorhanden. Wohl nicht ohne Grund hat die Help-Gruppe Chur einen Fisch in ihrem Logo. Viele der Kinder machen sowohl in der Help-Gruppe wie auch bei der SLRG mit.

Immer wachsam sein

Am Schluss der gemeinsamen Übung geben Ruth und Corina den Kindern noch eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: «Eine ertrinkende Person schreit selten laut um Hilfe und wedelt wie wild mit den Armen. Meistens sinken die Personen lautlos unter, weil sie keine Kraft mehr haben. Das kann sehr schnell gehen. Es ist deshalb ganz wichtig, dass ihr im Schwimmbad oder auch am See aufmerksam seid und schaut, ob eine Person untergeht. Auch wenn es eine Badeaufsicht hat, denn die können nicht immer alles sehen! Hier in Chur haben auch schon Kinder der SLRG-Jugendgruppe den Bademeister auf eine Person in Not aufmerksam gemacht.» Die jungen Samariterinnen und Samariter nehmen viel neues Wissen von ihrem Crashkurs mit. Und wer weiss, vielleicht wird dank einem beherzten Eingreifen eines Jungsamariters ein Badeunfall verhindert? Eines ist aber sicher, es war bestimmt nicht die letzte gemeinsame Übung mit der SLRG.