Erdbeben in Albanien

Das Rote Kreuz im Einsatz

Am 26. November hat ein schweres Erdbeben die Westküste von Albanien erschüttert. REDOG, eine Rettungsorganisation des Schweizerischen Roten Kreuzes, entsandte eine Suchhunde-Equipe ins Katastrophengebiet, die während vier Tagen und auch nachts im Einsatz stand. Ärzte und Freiwillige des Albanischen Roten Kreuzes leisten Nothilfe.

Die Rettungshunde-Equipe von REDOG ging am 26. November nachmittags in den Einsatz nach Albanien. Zusammen mit den türkischen Partnern der Rettungsorganisation GEA nahm REDOG die Suche nach verschütteten Menschen auf.

Die Equipe bestand aus drei Verschütteten-Suchhundeteams, einem Leichen-Spürhundeteam und einer Ärztin. Dank der Partnerschaft mit der Rega, flog das Team mit einem Rega-Jet direkt ins Katastrophengebiet.

Rettungshunde sind die einzige Möglichkeit, Überlebende zielsicher zu orten. Deshalb ruhen in der ersten Phase nach einer Naturkatastrophe grosse Hoffnungen auf den Spürnasen. Die REDOG-Suchteams durchsuchten mehrere Schadensplätze. An zwei Orten zeigten die Hunde eine Witterung an. Die fünf Opfer konnten jedoch nur noch tot geborgen werden. «Die vom Erdbeben betroffenen Gebäude waren schwer beschädigt, so dass die Überlebenschancen für die Opfer sehr schlecht sind», sagte Linda Hornisberger, Bereichsleiterin Verschüttetensuche bei REDOG, die mit ihrer Hündin im Einsatz war. 

Das Albanische Rote Kreuz hat sofort Ärztinnen und Ärzte sowie Sanitätspersonal in die betroffene Region geschickt. In den vom Erdbeben am meisten betroffenen Gebieten in Durres, Tirana, Kruje, Lezhe und Lac leisten über 350 Freiwillige des Roten Kreuzes erste Hilfe und psychologische Unterstützung. Sie verteilen Decken, Wasser, warme Getränke, Mahlzeiten und Hygiene-Sets und organisieren Unterkünfte für die obdachlosen Menschen.

Aktuelle Lage
Fast 100 000 Menschen sind in irgendeiner Weise vom Erdbeben betroffen. Zu 750 Verletzten, 10 weiterhin Vermissten und 51 bestätigten Todesfällen kommen 2500 Menschen, die evakuiert werden mussten. Auch die materiellen Schäden sind beträchtlich: 300 Häuser wurden zerstört und 80 000 beschädigt. Glücklicherweise sind die Spitäler noch in Betrieb. Sie benötigen jedoch zusätzliche Unterstützung für die Behandlung der Verletzten. Zudem sind viele Betroffene traumatisiert und müssen psychologisch betreut werden.
Die Menschen, deren Haus zerstört oder beschädigt wurde oder die Angehörige verloren haben, benötigen dringend Unterstützung. Deshalb hat die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) einen Nothilfeaufruf lanciert. Dank den Spenden können Unterkünfte bereitgestellt, Erste Hilfe geleistet und Decken, Küchen- und Hygienesets sowie Nahrungsmittel abgegeben werden. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Schulen werden zudem bereits Massnahmen zur Verbesserung des Katastrophenschutzes getroffen. Das SRK beteiligt sich mit 100 000 CHF am Aufruf.