Internationales Jahr der Pflegefachkräfte und Hebammen

«Pflegefachkräfte und Hebammen sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems»

Die Weltgesundheitsorganisation würdigt im Jahr 2020 die immense Leistung, welche Pflegefachkräfte und Hebammen weltweit unter teils schwierigen Bedingungen erbringen. Auch das SRK setzt sich für die Anerkennung dieser Berufe ein. In seinen Einsatzländern erzielte es Fortschritte für Hebammen, die ganzen Gemeinschaften zu Gute kommen.

Hebammen und Pflegefachkräfte leisten weltweit unermüdliche und lebensrettende Arbeit. In abgelegenen Regionen sind sie oft die ersten und einzigen Ansprechpersonen bei Notfällen und gesundheitlichen Problemen. Trotz ihrer zentralen Rolle in der Gesundheitsversorgung fehlen weltweit 9 Millionen Hebammen und Pflegekräfte. Die grössten Lücken zeigen sich in den Ländern Afrikas, Südostasien und des östlichen Mittelmeerraums sowie in Teilen Lateinamerikas. Auch in der Schweiz ergreifen immer weniger Menschen Pflegeberufe. Die Weltgesundheitsversammlung erklärte darum das Jahr 2020 zum internationalen Jahr der Pflegekräfte und Hebammen. 

Kompetente und einfühlsame Fachkräfte notwendig

In der Schweiz anerkennt das SRK ausländische Diplome von Gesundheitsfachpersonen. Dank der Anerkennung können Fachpersonen mit einer ausländischen Ausbildung vergleichbare Stellen in der Schweiz besetzen und gleiche Lohnansprüche stellen.

In den weltweiten SRK-Gesundheitsprojekten sind Hebammen und Pflegekräfte unerlässlich. «Sie sind das Rückgrat eines Gesundheitssystems – ohne sie geht nichts», sagt Monika Christofori-Khadka, SRK-Gesundheitsberaterin in der internationalen Zusammenarbeit. Damit schwangere Frauen sicher gebären können und kranke Kinder das richtige Medikament bekommen, braucht es kompetente und einfühlsame Fachpersonen, die auch in schwierigen Situationen selbstsicher handeln.

Qualität steigern durch bessere Rahmenbedingungen

Das SRK ist in rund fünfzehn Ländern in der Mutter- und Kindsgesundheit aktiv und konnte grosse Fortschritte erzielen. «Unser Engagement trug dazu bei, die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen zu verbessern», erklärt Monika Christofori-Khadka. Wichtig ist es, neben praktischen Trainings und Ausbildung ebenso für ein besseres Arbeitsumfeld und ausreichend medizinische Ausrüstung zu sorgen. Auch die Wertschätzung und der Lohn für die geleistete Arbeit dürfen nicht zu kurz kommen. All diese Faktoren steigern die Motivation des Gesundheitspersonals und wirken sich positiv auf die Klienten aus. «Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, bleiben Hebammen und Pflegefachkräfte motiviert und länger im Beruf. Auch nehmen sie eher grössere Entbehrungen in Kauf, wie sie in abgelegenen Regionen häufig vorkommen», weiss sie.

Angesichts der immensen Herausforderungen der globalen Gesundheitsversorgung kann das SRK nur einen kleinen Beitrag leisten. Doch dieser kleine Beitrag kann Grosses bewirken, wie es die Geschichten von Hebammen und Pflegefachkräften aus den SRK-Einsatzländern zeigen.

«Die lächelnde Mutter und das friedlich schlafende Baby sind der schönste Teil meiner Arbeit», sagt Hebamme Nadira Banu aus Bangladesch. Nach einer langen Krankheitsabsenz hatte sie Angst, Geburten alleine durchzuführen. Dank einem Mentoring durch eine Ärztin und Pflegefachfrau konnte sie ihr Vertrauen zurückgewinnen.

«Obwohl wir am College für Hebammen studiert haben, beherrschten meine Kolleginnen und ich gewisse Praktiken nicht. Erst durch die regelmässige Supervision durch ein Coaching Team haben wir gelernt, das Wissen in der Praxis anzuwenden. Das Coaching Team ist für mich ein Vorbild. Es spornt mich an, hart zu arbeiten und mehr Verantwortung zu übernehmen», sagt die Hebamme Kanchanh Vilayphone aus Laos.

«Ich habe nicht nur neue Fähigkeiten erlernt, sondern kann diese im neu erbauten Gesundheitszentrum in einer sauberen und sicheren Arbeitsumgebung anwenden. Das motiviert mich, es noch besser zu machen», sagt Hebamme Asha Gharti aus Nepal.

Nachhaltigkeitsziele

Diese Aktivität ist Teil unseres Engagements für die UNO-Nachhaltigkeitsziele.