SRK vergibt erstmals Rotkreuz-Preis

Zu seinem 140-jährigen Jubiläum hat das Schweizerische Rote Kreuz erstmals einen Preis für besondere humanitäre Leistungen verliehen. In Anwesenheit von Bundesrat Hans-Rudolf Merz beschäftigte sich die diesjährige Rotkreuzversammlung mit Fragen der Aufwertung der Freiwilligenarbeit.

Die 8. ordentliche Delegiertenversammlung des Schweizerischen Roten Kreuzes fand am 23. und 24. Juni 2006 in Bern statt, wo das SRK am 17. Juli 1866 gegründet worden war. im Lauf der Jahrzehnte hat sich das SRK zur grössten humanitären Organisation der Schweiz mit Schwerpunkten in Gesundheit, Rettung, Migration, Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit entwickelt. Es ist auch die grösste Freiwilligenorganisation der Schweiz, mit über 50'000 freiwilligen Helferinnen und Helfern.

«Unser Land kann auf Freiwilligkeit nicht verzichten, im Gegenteil», stellte Bundesrat Hans-Rudolf Merz in seiner Ansprache zum Thema «Wert und Wertschätzung» fest (siehe Redetext in der rechten Spalte). Der Staat solle die Frage prüfen, «wo und wie er den Organisationen der Freiwilligenarbeit und deren Mitgliedern seine Wertschätzung im Sinne von Anreizen entgegenbringen kann.» Laut SRK-Präsident Prof. René Rhinow will das SRK sein «Freiwilligen-Management» optimieren, um den Veränderungen der Zeit und Bedürfnissen der Freiwilligen besser Rechnung zu tragen.

Bei einer Feier im Nationalratssaal in Bern wurden am Samstag, 24. Juni 2006 zwei Initiativen mit dem Rotkreuz-Preis für besondere humanitäre Leistungen ausgezeichnet: Das Projekt SODIS (Solar Disinfection of Water) zur Verbesserung der Wasserversorgung in Entwicklungsländern, erhielt den Rotkreuz-Preis 2006 (Preissumme 25'000 Franken) und Melanie Meichle (Rüfenacht BE) den Anerkennungspreis 2006 (Preissumme 10'000 Franken), für ihren Einsatz zur Unterstützung einer Schule für junge tibetische Flüchtlinge in Nepal. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.
 

Neues Mitglied des Rotkreuzrates

Der Rotkreuzversammlung wählte die 28-jährige Karolina Frischkopf (Sissach BL), Leiterin der nationalen Fachstelle ECPAT (End Child Prostitution, Pornography and Trafficking), zum neuen Mitglied des Rotkreuzrates. Sie ersetzt damit Anja Bremi, die in Würdigung ihrer 33-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit für das Rote Kreuz zum Ehrenmitglied des SRK ernannt wurde.