Rotkreuzversammlung

Rotkreuzpreis 2019 geht an «Source de vie»

Im Rahmen der Rotkreuzversammlung wurde am 29. Juni zum siebten Mal der Rotkreuzpreis für besondere humanitäre Leistungen vergeben. Der Rotkreuzpreis 2019 geht an den Verein Source de Vie für ihr Engagement im Bereich Bildung in Benin. Die Organisation M.E.T.I.S. aus Lausanne wird mit dem Förderpreis geehrt.

Über den Rotkreuzpreis
Der Rotkreuzpreis zeichnet Personen oder Organisationen für humanitäre Leistungen von besonderer Qualität aus. Die ausgezeichnete Leistung soll sich an den Grundsätzen der Menschlichkeit, der Unparteilichkeit, der Neutralität und der Freiwilligkeit orientieren. Der Rotkreuzpreis wurde im Jahr 2005 auf Initiative von Herrn Dr. Max Schatzmann geschaffen. Er ist mit CHF 30'000 dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Ziel ist, ausserordentliche humanitäre Leistungen anzuerkennen und zu ihrer Ausweitung beizutragen.

Das Schweizerische Rote Kreuz würdigt Source de Vie mit dem Rotkreuzpreis 2019 für sein humanitäres Engagement in Benin, Westafrika. Die Schweizerin Margrit Dieterle gründete den Verein im Jahr 2010 mit dem Ziel, ein Ausbildungszentrum für handwerkliche Berufe in Gbéhoué zu errichten, um die Arbeitschancen junger Erwachsener im eigenen Land zu verbessern. Heute beschäftigt der Verein vor Ort ein Team von 16 Personen. Dieses koordiniert neben dem Bildungszentrum für Schneiderinnen, Coiffeusen und Handweberinnen unter anderem auch ein Projekt für sauberes Trinkwasser und einen kleinen Transportservice und unterstützt ein Frauenkollektiv im Anbau und Verkauf von Gemüse. Margrit Dieterle hat es mit Hilfe der lokalen Bevölkerung geschafft, jungen Menschen in Benin eine Zukunftsperspektive zu geben. Dafür wird Source de Vie vom Schweizerischen Roten Kreuz mit dem Rotkreuzpreis 2019 geehrt.

Förderpreis für engagierte Studierende

Über den Förderpreis freut sich dieses Jahr M.E.T.I.S. (Mouvement des Étudiant-e-s luttant contre l’Inégalité d’accès à la Santé), eine Organisation von Studierenden im Bereich Medizin und Pflege aus Lausanne. Die Studierenden kämpfen seit dem Jahr 2010 gegen den ungleichen Zugang von vulnerablen Bevölkerungsgruppen zur Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Mit der Initiative Breaking The Silence fördert M.E.T.I.S. eine verbesserte Versorgung von gehörlosen Patienten, indem Pflegekräften Grundkenntnisse der Gebärdensprache vermittelt werden. Ausserdem begleitet der Verein minderjährige Flüchtlinge, die ohne erwachsene Begleitperson in die Schweiz eingereist sind, und unterstützt sie bei der Integration. Mittels Schulungen und Referaten leistet M.E.T.I.S. zudem Sensibilisierungsarbeit bei Studierenden und der Bevölkerung, um das Bewusstsein über die vorhandenen Ungleichheiten zu stärken und diese so zu verringern.