Stellungnahme

Finanzielle Reserven des SRK

Ein Artikel im K-Tipp erweckt den Eindruck, dass das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) zu viel Vermögen hat und Spendengelder zu wenig rasch einsetzt. Das Ziel des SRK ist, Spenden immer möglichst rasch zugunsten von Menschen in Not einzusetzen. Das im Artikel erwähnte Vermögen der Humanitären Stiftung SRK ist nicht Teil der operativen Mittel des SRK. Die Vermögensreserven der nationalen Geschäftsstelle in Bern entsprechen den Vorgaben des ZEWO-Gütesiegels. Auch die 30 Rotkreuzorganisationen liegen mit ihren Reservequoten grösstenteils innerhalb des von der Zewo definierten Vorgaberahmens.

Im Artikel des K-Tipp wird das Vermögen der Humanitären Stiftung SRK – Ende 2020 rund 885 Millionen Franken – zur Vermögensreserve des SRK dazu gerechnet. Die Humanitäre Stiftung ist allerdings rechtlich unabhängig. Sie entstand, als das SRK im Jahr 2000 das Zentrallaboratorium der Blutspende Schweiz in Bern verkaufte. Das Vermögen aus dem Verkauf bildet das Stiftungsvermögen der Humanitären Stiftung SRK. Dieses wird seither dazu eingesetzt, Projekte und humanitäre Aufgaben der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zu finanzieren. In den letzten 20 Jahren wurden damit Projekte auf der ganzen Welt für insgesamt über 380 Millionen Franken finanziert. Damit dies auch zukünftig möglich ist, soll das Vermögen grundsätzlich erhalten werden. Nur so gibt es weiterhin Erträge, aus denen die Stiftung Projekte und Programme der Rotkreuzbewegung finanzieren kann.

Reservequote des SRK

Das SRK ist von der ZEWO zertifiziert und hält sich bei der Reservequote an deren Grundsätze. Gemäss ZEWO sollte das Organisationskapital den Gesamtaufwand der Organisation «für mindestens drei und höchstens 18 Monate» decken. Die nationale Geschäftsstelle des SRK mit Hauptsitz in Bern hat eine Reservequote von 7,3 Monaten. Sie liegt somit im unteren Bereich der ZEWO-Vorgaben. Praktisch alle Rotkreuz-Organisationen (24 Rotkreuz-Kantonalverbände und 4 Rotkreuz-Rettungsorganisationen sowie die Blutspendedienste) liegen auch innerhalb dieses Vorgaberahmens.

Verwendung Spendeneinnahmen Coronavirus
Im Jahr 2020 hat das SRK im Kontext des Coronavirus rund 32 Millionen Franken eingenommen. Davon wurden bereits rund 30 Millionen für Corona-Hilfe in der Schweiz oder im Ausland ausgegeben. Viele der Projekte wurden innert kürzester Zeit umgesetzt, so z.B. die finanzielle Soforthilfe an armutsbetroffene Personen. Dafür wurden im vergangenen Jahr über 10 Millionen Franken an Familien und Einzelpersonen ausbezahlt.