Schulterschluss für eine starke Sozialhilfe

Charta Sozialhilfe Schweiz

Die Sozialhilfe ist ein zentrales Element zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung und ein entscheidender Faktor für die gesellschaftliche Stabilität. Kantone, Städte und das Schweizerische Rote Kreuz lancieren gemeinsam die «Charta Sozialhilfe Schweiz» und bekennen sich zur Sozialhilfe und zur föderalen Zusammenarbeit. Die Charta soll die Bedeutung der Sozialhilfe unterstützen und stärken.

Armut kann alle treffen – sei dies durch Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit oder andere Schicksalsschläge. Die Sozialhilfe, wie sie heute aufgebaut ist, bietet ein Auffangnetz, wenn alle anderen Stricke reissen. Sie ist ein zentrales Element für die Bekämpfung von Armut, Ausgrenzung und Vereinsamung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz. Annemarie Huber-Hotz, Präsidentin des Schweizerischen Rotes Kreuz, unterschreibt anlässlich der Lancierung am 29. März 2019 die «Charta Sozialhilfe Schweiz» weil «die Sozialhilfe als letztes Netz der sozialen Sicherheit unabdingbar ist». 

Hilfe zur Selbsthilfe
Mehr als die Hälfte der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger benötigen die Unterstützung vorübergehend. Für sie ist die Sozialhilfe eine wichtige Grundlage, um sich aufzufangen und wieder auf eigenen Füssen zu stehen. Ein Drittel der Menschen, die Sozialhilfe beziehen sind Kinder und Jugendliche. In der Schweiz sollen auch Kinder aus bedürftigen Familien ihre Potenziale entfalten können und sich so später aus der Armutsspirale befreien können.

SRK leistet einen wichtigen Beitrag 
Die Hilfswerke spielen seit jeher eine komplementäre Rolle zu den staatlichen Stellen und leisten mit Beratungsstellen, Einzelfallhilfe und einem breiten Dienstleistungsangebot einen wichtigen Beitrag. Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt Menschen in verletzlichen Situationen – seien dies Kinder, Jugendliche, Familien, Alleinerziehende, ältere und kranke Menschen, pflegende Angehörige, Asylsuchende oder Flüchtlinge. Einen eindrücklichen Einsatz leisten dabei die über 61'000 motivierten Freiwilligen. 

Eine solide und faire Sozialhilfe
Ziel der Sozialhilfe muss auch in Zukunft sein, ein Leben in Würde zu ermöglichen und gleichzeitig die Chance zu geben, wieder in die finanzielle Selbständigkeit zurückzufinden. Es kann nicht sein, dass die Hilfswerke aufgrund fehlender finanzieller Mittel bei den Sozialdiensten quasi-staatliche Aufgaben übernehmen. Dafür braucht es auch weiterhin eine gute und möglichst klare Aufgabenteilung zwischen ihnen und den staatlichen Stellen.