SRK-Botschafterin Sarah Meier in Malawi

Spitzen-Eiskunstläuferin und SRK-Botschafterin Sarah Meier für sauberes Wasser in Malawi

Die ehemalige Spitzen-Eiskunstläuferin Sarah Meier hat erneut als SRK-Botschafterin ein Auslandprogramm des Roten Kreuzes besucht. Vor zwei Jahren war sie in Bangladesch, diesmal führt die Reise ins südliche Afrika. Lesen Sie hier ihren Bericht aus Malawi:

Schon beim Landeanflug gefällt mir das weite, hügelige Land. Zugleich fällt mir auf, wie trocken die Felder sind – Spuren der grossen Dürre, unter der Malawi leidet. Später, als wir das Projektgebiet des SRK besuchen, erfahre ich, was dies für die Familien auf dem Land bedeutet, die kaum mehr genug zu essen haben.

Die Hauptstrassen sind erstaunlich gut ausgebaut. Erst wenn man in die abgelegenen Dörfer fährt, wird die grosse Armut sichtbar. Es ist eindrücklich, Einblick zu gewinnen in den Alltag der Menschen. So lerne ich auch Yanani Mkandawire kennen. Kaum 25-jährig, ist sie schon Mutter von zwei Schulkindern! Für mich ist es unvorstellbar, so früh schon für eine Familie Verantwortung zu übernehmen. Aber in Malawi ist dies alltäglich. Niemand klagt. Auch Yanani nicht, obwohl sie wegen der Dürre ihre Ernte verloren hat und nicht weiss, wie es weitergeht.

Respekt vor den starken Frauen

Yanani nimmt mich mit zur neuen Wasserstelle. Dort probiere ich aus, was es heisst, das Wasser aus 45 Metern hochzupumpen und dann auf dem Kopf nach Hause zu balancieren. Das Pumpen geht ganz leicht, aber der Transport über Stock und Stein ist sehr beschwerlich. Der Wasserkübel fasst 35 Liter: Ich fülle ihn zur Hälfte und komme trotzdem schnell an meine Grenzen. Respekt vor den starken Frauen, die klaglos solche Lasten tragen!

Eine besonders schöne Erfahrung ist der Besuch in der Schule. Die Begeisterung der Kinder beim Theaterspielen, ihre Disziplin im Unterricht und dann ihre mitreissende Freude, als wir gemeinsam Ball spielen. Sie wollen gar nicht mehr aufhören. Weil sie ein bisschen Englisch sprechen, kann ich mich sogar mit ihnen verständigen.

Mit Musik wird die Aufklärungsveranstaltung des Roten Kreuzes zum Fest.

Mit Musik wird die Aufklärungsveranstaltung des Roten Kreuzes zum Fest.

Am stärksten in Erinnerung bleiben, wird mir die Freude der Frauen, Männer und Kinder, die mitten im Dorf unter einem grossen Baum tanzen – zur Live-Musik einer Band, die mit selber gebastelten Instrumenten spielt. Eigentlich ist es eine Aufklärungsveranstaltung des Roten Kreuzes zu Gesundheit und Hygiene. Aber durch die Musik wird sie zu einem richtigen Fest. Alle strömen herbei. Schon die kleinen Kinder haben den Rhythmus im Blut und tanzen eifrig mit. In diesem Moment sind sie alle reich, sind wir alle gleich: reich an Emotionen, reich an Energie, reich an Rhythmusgefühl und an gemeinsamen Erlebnissen.