Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer

Bundesrätin Karin Keller-Sutter besucht SRK

Die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements EJPD, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, informiert sich beim Besuch des Schweizerischen Roten Kreuzes über die Unterstützung für Menschen in Not.
Betroffene erzählen dabei ihre ganz persönliche Geschichte: «Es ist beeindruckend, wie diese Menschen in Not ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen, und wie sich das SRK für sie engagiert», sagt Keller-Sutter.

Menschen auf der Flucht sind äusserst verletzlich. Sie suchen in fremden Ländern Schutz und eine sichere Existenz. Studien belegen, dass 40 bis 50 Prozent aller Asylsuchenden und Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten unter verschiedenen Trauma-Folgeerkrankungen leiden. Im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des SRK finden traumatisierte Menschen seit mehr als 24 Jahren Hilfe. Ihre Beschwerden sind vielfältig: Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), Depressionen, körperliche Schmerzen, Angst- und Panikstörungen, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schlafstörungen, soziale Isolation.

Das Team im Therapiezentrum in Bern-Wabern, bestehend aus Ärztinnen, Psychologen und Sozialarbeiterinnen, unterstützen Hilfesuchende und deren Angehörige bei der Bewältigung des Alltags und zeigen ihnen neue Perspektiven auf. Damit füllt das Ambulatorium SRK eine Lücke im öffentlichen Gesundheitswesen, zumal es in der Schweiz zu wenig spezialisierte Behandlungsplätze für traumatisierte Geflüchtete gibt und Betroffene aufgrund der nicht geregelten Finanzierung der Übersetzungskosten oft keinen Zugang zu therapeutischen Angeboten haben. Als weiteren Teil des humanitären Engagements bietet das SRK Menschen ohne geregelten Aufenthalt, Sans-Papiers, einen niederschwelligen Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Eine zusätzliche Belastung entsteht, wenn Menschen auf der Flucht den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren haben. In diesem Fall oder auch wenn Familien in Katastrophensituationen, in familiären Krisen oder wegen einer Adoption getrennt werden, können sie sich an den Suchdienst des SRK wenden, welcher das weltumspannende Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bei der Suche nach vermissten Angehörigen nutzt.