Fragen und Antworten

Anerkennung ausländische Ausbildungsabschlüsse

Im Auftrag des Bundes prüft das SRK seit 1949 ausländische Ausbildungsabschlüsse in den nicht-universitären Gesundheitsberufen. Hier finden Sie Antworten auf alle wichtigen Fragen zur Anerkennung.

Anerkennung im Gesundheitswesen

Ziel der Anerkennung ist die Gleichwertigkeit eines ausländischen mit dem entsprechenden schweizerischen Abschluss. Einfach gesagt überprüft das SRK, ob und in welcher Funktion Personen aus dem Ausland in der Schweiz arbeiten können. Das SRK erfüllt diese Aufgabe im Auftrag des Bundes und leistet dadurch einen grossen Beitrag zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen.

Wie viele ausländische Diplome werden pro Jahr anerkannt?
2015 wurden 3‘882 ausländische Diplome anerkannt. Durch die Anerkennung haben Migrantinnen und Migranten Zugang zum Schweizerischen Arbeitsmarkt, können gestützt auf ihren Abschluss korrekt entlöhnt werden und haben Zugang zu schweizerischen Bildungsgängen und Weiterbildungen. Diese Zahl ist höher als früher, da der Bedarf an Arbeitskräften hierzulande hoch ist und die Schweiz vergleichsweise gute Arbeitsbedingungen bietet.

Mit der Anerkennung ausländischer Diplome fehlen in ärmeren Ländern Fachpersonen. Helfen Sie mit, den Personalmangel ins Ausland zu verlagern?
Nein. Die Gesuchstellenden werden nicht vom SRK rekrutiert, sondern melden sich, weil sie bereits in der Schweiz sind oder auszuwandern wollen. Das SRK unterstützt den WHO-Kodex gegen die aktive Rekrutierung in anderen Ländern und hat keinen Einfluss auf die Nachfrage. In den letzten Jahren hat die Nachfrage aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation gewisser EU-Länder massiv zugenommen: plus 40 Prozent zwischen 2012 und 2015!

Ein drohender Personalmangel in Pflegeberufen wird seit Jahren diskutiert. Wie dramatisch ist er?
Die Rekrutierung von qualifiziertem Personal ist in gewissen Regionen und Institutionen, zum Beispiel in der Langzeitpflege, angespannt bis problematisch. Die Herausforderung wird sich in den kommenden Jahren zuspitzen, unter anderem weil besonders viele Pflegende ab 2020 pensioniert werden. Bereits jetzt ist unser Gesundheitswesen zu 34 Prozent von den ausländischen Fachkräften abhängig (bfs 2014). Eine stärkere Abhängigkeit vom Ausland ist keine Lösung, weder für unser Land noch für die Länder, aus welchen die Fachkräfte her kommen.

Wie wirkt sich der drohende Personalmangel auf die Anerkennung ausländischer Ausbildungsabschlüsse aus? 
Die Nachfrage hat für den Fachbereich Anerkennung in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Das Personal musste aufgestockt werden, um die Nachfrage zu bewältigen und nicht unter Druck zu geraten. Das Personal hält sich strikte an die Rechtsgrundlagen wie EU-Richtlinien und schweizerische Gesetze. Eine Anerkennung bedeutet übrigens nicht automatisch einen Arbeitsplatz in der Schweiz. Letztlich entscheiden die Arbeitgeber.

Was sind mögliche Lösungsansätze für genügend Pflegepersonal?
Ein Lösungsansatz ist die Gesundheitsförderung, also die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Krankheitsprävention genügt nicht; gezielte Massnahmen für die aktive Gesundheitserhaltung sind nötig. Und es braucht alle, die im Gesundheitswesen involviert sind, um neue Modelle, Aufgaben- und Rollenverteilungen zu entwickeln. Die professionelle Betreuung ist nur ein Aspekt. Die Angehörigen, die Freiwilligen – überhaupt alle, die in der informellen Pflege und Betreuung eingebunden sind – werden in Zukunft noch wichtiger und sollen gestärkt werden. Dazu gehören auch die Pflegehelfer/-innen SRK, die für die Grundpflege im Alltag eine sehr wichtige Rolle spielen.