Togo

Schutz der Gesundheit

Die Programme des SRK in Togo werden von Hyacinthe Atobian geleitet, der als einheimischer Arzt die Kultur, die Sprache und das Gesundheitswesen des Landes kennt. Als SRK-Mitarbeiter setzt er sich aus Überzeugung ein für die Prävention. Weil er als Arzt mehr Sinn darin sieht, Leid zu verhindern, als vermeidbare Krankheiten zu behandeln.

Als Spitalarzt in Togo erlebte Hyacinthe Atobian jeden Tag, dass in seinem Land zu viele Patientinnen und Patienten an Krankheiten leiden, die vermeidbar wären. Das will er ändern. Als Landeskoordinator des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Togo kann er das.

Zu viele Menschen in Togo leiden an vermeidbaren Krankheiten.

Und dies im Auftrag der Gesundheitsbehörde in Zusammenarbeit dem Roten Kreuz des Landes. «Unsere Arbeit stützt sich auf einen Vertrag, den das Gesundheitsministerium, das Togolesische Rote Kreuz als Partner des Ministeriums und das SRK abgeschlossen haben. Das Gesundheitsministerium ist für die fachlichen Aspekte zuständig, während das Togolesische Rote Kreuz für die gemeinschaftsbezogenen Aspekte verantwortlich zeichnet», hält Hyacinthe Atobian fest.

Noch mehr Familien erreichen

Mit einer Fläche von 56 000 km2 und 7,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Togo nicht viel grösser als die Schweiz, aber etwas weniger dicht bevölkert. Das SRK arbeitet mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vor allem in der Région Centrale im Umkreis der Stadt Sokodé. Das SRK unterstützt die Wasser- und Sanitärversorgung sowie Mutter-Kind-Gesundheit. Es erreicht rund 200 000 Menschen, die in Streusiedlungen leben. Vor Kurzem wurde das Engagement auf die weiter südlich liegende Région des Plateaux ausgeweitet.

Ein wichtiges Ziel ist die Senkung der Kindersterblichkeit. Verheerend wirken sich vor allem Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen und Malaria aus: «Die Kinder werden nicht rasch genug behandelt. Deshalb bilden wir Freiwillige oder Gesundheitshelferinnen und -helfer aus, welche mit der Ausrüstung und den Medikamenten, die wir ihnen abgeben, einfache Fälle selbst erkennen und behandeln können. Schwerere Fälle überweisen sie an das Gesundheitszentrum », erklärt Hyacinthe Atobian. Das Togolesische Rote Kreuz lernt sie, wie sie bei Babys mit einem Pikser in den Finger einen einfachen Bluttest durchführen können. So wissen sie sofort, ob ein Kind Malaria hat, und können es gleich behandeln.

Bessere Lebensbedingungen

Für das Rote Kreuzs sind die 2 500 Freiwilligen in der Région Centrale sowie die Gesundheitshelferinnen und -helfer unentbehrlich. Sie stammen aus den Gemeinschaften, die sie betreuen, sprechen deren Sprache – in Togo gibt es über 80 verschiedene Dialekte – und sind mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut.

Sie ermuntern die Eltern, sich von der Schwangerschaft bis ins Jugendalter gemeinsam für die Gesundheit ihrer Kinder einzusetzen. «Schwangere Frauen und ihre Männer werden mindestens viermal für eine Vorsorgeuntersuchung ins Gesundheitszentrum eingeladen. Nach der Entbindung im Zentrum werden sie nachbetreut und die Kinder geimpft», erklärt Hyacinthe Atobian. Zudem erhält jedes Kind, das in einem Gesundheitszentrum geboren wird, automatisch eine Geburtsbescheinigung. Die Eltern erfahren, wie wichtig Muttermilch in den ersten Monaten ist und wie sie sich und ihre Kinder vor Malaria schützen können.

In den anderen Landesteilen unterstützt das SRK den Blutspendedienst. Mit jungen Freiwilligen, die sich in Clubs das Versprechen geben, während mehreren Jahren Blut zu spenden, konnte die Zahl der Blutspenden deutlich erhöht werden. Zudem setzt sich das SRK in der Région des Plateaux für die Behandlung von Augenkrankheiten ein. An vier Gesundheitszentren und einem Regionalspital wurden Augenkliniken aufgebaut, in denen Menschen mit Grauem Star operiert werden können.