Rezept aus Ecuador

Im Blatt sanft gegart

Im Amazonasgebiet kommt Fisch fast täglich aufs Blatt. Ja, richtig. Bei der indigenen Bevölkerung gibt es keinen Tisch und einen Teller braucht es nicht bei dieser Zubereitungsart.

Rezept
MAITO DE TILAPIA
(Fisch im Blatt)

Zutaten
3 EL Öl
1 Zwiebel in dünnen Ringen
optional: Tomatenwürfel
1 EL südamerikanische oder mexikanische Gewürzmischung
wenig Salz
wenig Pfeffer
4 Tranchen Fischfilet nach Verfügbarkeit mit Bio- oder MSC-Label
4 Bananenblätter (gibt es im Asiashop) oder Alufolie

Zubereitung
Maito bedeutet Zubereitung von Lebensmitteln eingewickelt in grossflächigen Blättern. Öl und alle Zutaten bis und mit Pfeffer gut verrühren. Fischpäckli vorbereiten: Bananenblätter mit einem sauberen, feuchten Lappen reinigen, je ein Fischstück auf ein Bananenblatt legen, Würzmischung darüber verteilen. Die Bananenblattränder satt über den Fisch legen, zu einem Päckli formen. Päckli mit Zahnstochern fixieren oder mit Küchenschnur binden. Grillieren im Ofen: Das Blech in der unteren, ein Gitter in der oberen Hälfte des Ofens einschieben, Ofen auf 240 Grad vorheizen (nur Oberhitze oder Grill). Päckli auf das heisse Gitter legen, ca. 10 Min. grillieren. Grillieren auf dem Holzkohlen-, Gas- oder Elektrogrill: ca. 10 Min. über mittelstarker Glut/ auf mittlerer Stufe, nicht wenden.

Zum dritten Mal in drei Tagen gibt es Maito de Tilapia zu essen. Nichts Ungewöhnliches, denn im Amazonasgebiet leben viele Menschen vom Fischfang. Gekocht wird auf der offenen Feuerstelle, da es in den weit abgelegenen Gebieten mitten im Urwald nur selten eine Stromversorgung gibt. Tilapia, der Fisch, wird leicht gesalzen im Yaki-Panga- oder einem grossen Bananenblatt eingewickelt und über dem Feuer gegart. Diese im Osten Ecuadors typische Art der Zubereitung verleiht dem Fisch zusätzlich eine schmackhafte und würzige Note. Die Blätter dienen anschliessend praktischerweise gleich als Teller – ökologisch sinnvoll, da kaum Abfall produziert wird und gleichzeitig ökonomisch sinnvoll für den Geldbeutel der benachteiligten Bevölkerung in dieser ecuadorianischen Region. Zudem lässt sich die Mahlzeit so sehr hübsch servieren.


Der Fisch wird traditionellerweise von Yucca und Zitrone begleitet, manchmal auch von etwas Tomate und Zwiebeln. «Der Fisch schmeckt mir auch beim dritten Mal noch sehr gut!», sagt Linda Fäh, SRK-Botschafterin während ihres Besuches eines SRK-Programmes in Ecuador. «Aber Yucca ist nicht unbedingt mein Favorit», sagt sie lachend. Das in Südamerika weitverbreitete Wurzelgemüse könnte man bei der passenden Zubereitungsart zum Fisch mit «Gschwellti» vergleichen, doch ungesalzen und ohne Sauce schmeckt es ziemlich fad. «Aber auch wenn ich Yucca nicht mag, die Gastfreundschaft der Menschen, denen ich auf meiner Reise im Amazonasgebiet begegnet bin, ist überwältigend. Sie haben uns mit offenen Armen aufgenommen und uns Einblick in ihre Kultur und Traditionen gegeben. Man spürt ihre Dankbarkeit für das Engagement des SRK auf Schritt und Tritt», sagt Lind Fäh, während sie ihren dritten Fisch geniesst.