SRK-Restaurant Schützenmatt Altdorf

Frisches Konzept, das schmeckt

Das Schweizerische Rote Kreuz eröffnet im Mai 2017 sein zweites Gastroausbildungszentrum im Kanton Uri. Es bietet anerkannten und vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen sechs Ausbildungsplätze. Betriebsleiter Rainer Mainberger erzählt vom Erfolg und den Herausforderungen.

Vegetarisches Weihnachtsmenu
Hier finden Sie das Schützenmatt-Weihnachtsmenu → Link

Restaurant Schützenmatt
Hellgasse 1, 6460 Altdorf, Tel. 041 570 11 60 info@restaurant-schuetzenmatt.ch www.restaurant-schuetzenmatt.ch

Text: Katrin Schöni        Fotos: Monika Flückiger

Im Herzen von Altdorf liegt das charmante, sanft renovierte Restaurant Schützenmatt. Das Mobiliar auf der Terrasse ist schlicht und harmoniert geschmackvoll mit der roten Fassade. Es wird buchstäblich in den Schatten gestellt durch den mächtigen Kastanienbaum, dem Wahrzeichen des Restaurants.

«Herzlich willkommen in der Schützenmatt!», begrüsst uns stolz Betriebsleiter Rainer Mainberger. Er stammt aus Bayern, ist gelernter Koch und lebt seit 1995 in der Schweiz. Der 47-Jährige arbeitete in Restaurants rund um die Welt, doch es war nie die Herausforderung, die ihn befriedigte. Im Schulrestaurant Schützenmatt fühlt er sich nun am richtigen Ort. «Ich liebe es, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zu arbeiten und meine Erfahrungen weiter zu geben.» 

«Wenn sich die Gäste mit einem Trinkgeld und einem aufrichtigen Lächeln bedanken, weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.»

Erfolgskonzept
Das Restaurant Schützenmatt ist das zweite Schulrestaurant in Altdorf nach dem 2011 gegründeten Gastroausbildungszentrum Fomaz. Im Kanton Uri erfüllt das SRK den Auftrag, die Integration von anerkannten und vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu fördern. Der Pflegebereich und das Gastgewerbe gehören zu den wichtigsten Arbeitsfeldern, in denen es gelingt, Erwachsene mit geringer Bildung in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Mit seinem frischen Konzept passt der im Mai 2017 eröffnete Betrieb gut in die Altdorfer Gastronomie und hat von Mitbewerbern positive Rückmeldungen erhalten. Als grösste Herausforderung sieht Rainer Mainberger die sprachliche Barriere und die kulturellen Unterschiede. «Es kommt vor, dass ich Arbeitsschritte bis zu 15 Mal erklären muss.» Das brauche Zeit, Verständnis und Empathie. Er sieht sich mehr als Coach denn als Chef. «Ich möchte meinen Schützlingen die Möglichkeit bieten, sich ihr Leben selber zu gestalten.»

Ziel Restaurationsfachmann
«Moha, der Gast am Tisch 3 möchte noch was bestellen!» Während unseres Gesprächs erteilt der Betriebsleiter kurze Anweisungen, seine Augen und Ohren sind überall. Rasch eilt Moha, der eigentlich Mohamed Hussein Abdullahi heisst, an Tisch 3 und nimmt mit einem Lächeln die Bestellung auf. Er ist in der dreijährigen Ausbildung zum Restaurationsfachmann. Zuvor arbeitete der 27-jährige Somalier im SRK-Schulrestaurant Fomaz als Praktikant. Moha Abdullahi flüchtet mit 18 Jahren allein als Halbwaise aus Somalia in die Schweiz. Der junge Mann erzählt in einer Mischung aus Hoch- und Urnerdeutsch über sein Leben in der Schweiz. “Ich mag meine Arbeit hier. Die angenehme Stimmung im Team macht die unregelmässigen Arbeitszeiten erträglich“, so der 27-Jährige. 


 

Modernes Küchenkonzept
Der junge Stammgast, der seit unserer Ankunft auf der Terrasse sitzt, schwärmt vom Essen. Zusammen mit seinem Vater besucht er auch das Fomaz. «Ich finde die Grundidee super und unterstütze auch deshalb diese beiden Restaurants.» Doch nebst motivierenden Rückmeldungen gibt es vereinzelt negative Erfahrungen, welche die Auszubildenden wegstecken müssen. Ein Gast bemerkt einst, dass er sich «nicht von einem Mohamed bedienen» lasse. «Diese Aussage macht mich traurig und wütend», meint Moha Abdullahi. «Doch wenn sich die meisten Gäste mit einem Trinkgeld und einem aufrichtigen Lächeln bedanken, weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.»

Vegetarisches Weihnachtsmenu
In der Küche legt der 24-jährige talentierte Küchenchef Sören Wirth grossen Wert auf Qualität. Sein Konzept beinhaltet eine saisonale, regionale Küche mit hauptsächlich biologischen Produkten. Auf den Holztischen stehen keine Geschmacksverstärker. «Unsere Speisen brauchen das nicht, bei uns ist alles echt», sagt er ohne falsche Bescheidenheit. Sören Wirth verrät uns seine Rezepte für das vegetarische Weihnachtsmenu. Den Pastateig und selbst die Amaretti in der Füllung stellt er selber her. Wir erlauben uns, im Rezept vorgefertigte Produkte zu verwenden. Wenn Sie das hausgemachte Originalgericht oder das Menu mit Fleisch kosten möchten, lassen Sie sich vom Team der Schützenmatt verwöhnen!