Kirgisische Küche

Das Erbe der Nomaden

Die Kirgisen lebten fast 3000 Jahre als Nomaden. Zur Zeit der Sowjetunion wurde versucht, diese Lebensweise zu verbieten. Heute leben einige als Halbnomaden nur während den Sommermonaten in Jurten. Die kirgisischen Nationalgerichte zeugen noch immer vom ganzjährigen Nomadenleben.

Rezept
Auberginenkaviar

Als Beilage oder kleiner Imbiss für 2-4 Personen

Zutaten
2 Peperoni
3 Tomaten (oder1 Dose  Pelati ohne Saft)
3 Auberginen
3 EL Tomatenpüree
3-4 Knoblauchzehen
3 EL Speiseöl
1 TL Salz
1 TL Zucker

Die Peperoni entkernen und die Tomaten enthäuten. Beides in kleine Stücke schneiden. Die Auberginen mit dem Sparschäler schälen. Das ist wichtig, denn das Gericht wird dadurch milder, cremiger. Anschliessend der Länge nach vierteln und in ca. 5 mm dicke Scheibchen schneiden. Den geschälten Knoblauch klein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und alle Zutaten beifügen. Rühren und zugedeckt bei kleiner Hitze mind. 20 Minuten dünsten. Die Auberginen sollten weichgekocht werden. Am Schluss den Deckel wegnehmen und allenfalls Saft einköcheln lassen. Nach Bedarf nachsalzen.

Ayana, die 16-jährige Freiwillige vom Kirgisischen Roten Halbmond, hat uns das Rezept verraten für Auberginenkaviar, den sie für die alleinlebende Seniorin zubereitet. Das leichte, gesunde Gemüsegericht mit der cremigen Konsistenz schmeckt vorzüglich, auch wenn es nicht die typische Küche Kirgistans repräsentiert. Diese ist geprägt vom Nomadenleben in Jurten. Mit seinen Herden war das ursprüngliche Nomadenvolk während fast 3000 Jahren stets unterwegs. Eine kluge Strategie, um sich dem extremen Klimawechsel der Jahreszeiten anzupassen.

Länger haltbare Milchprodukte ähnlich wie Sauerrahm, Quark, Joghurt und Butterschmalz gehören deshalb zur Küchentradition des Reitervolkes. Eine Besonderheit ist Kymyz, die fermentierte, vergorene Stutenmilch die es nur im Sommer gibt, wenn die Stuten Milch für ihre Fohlen geben. Kymyz hat einen ähnlichen Alkoholgehalt wie Bier und stellt auch experimentierfreudige Touristen auf eine harte Geschmacksprobe. Traditionelle Gerichte basieren auf Schaf- oder Pferdefleisch. Fast alles vom Tier wird verwertet. Wie bei Beschbarmak, dem Nationalgericht für viele Gäste mit einem frisch geschlachteten Schaf. Der Ehrengast darf den gekochten Kopf des Tieres zerlegen und die Teile in einer festgelegten Reihenfolge an die anderen verteilen. Man ist allerdings nachsichtig, wenn ausländische Gäste sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlen.