Philippinen

Im Land der Wirbelstürme und Erdbeben

Die Philippinen, ein Land mit 7000 Inseln, sind seit je von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Überschwemmungen und Wirbelstürmen betroffen. Im Umgang mit Naturkatastrophen sind die Filipinos geübt. Letztere werden aufgrund klimatischer Veränderungen indes immer heftiger.

Philippinen – positive Bilanz nach Wiederaufbau
Viereinhalb Jahre nachdem Taifun Haiyan auf den Philippinen riesige Zerstörungen hinterliess, schloss das SRK Ende März 2018 sein Wiederaufbauprogramm erfolgreich ab. Auf drei Inseln hat das SRK insgesamt 4500 Häuser repariert und neu aufgebaut. Dafür wurden Hunderte von Handwerkern im sturmsicheren Bauen ausgebildet. Fachwissen, welches sie auch in Zukunft wirkungsvoll einsetzen können. Nebst dem Häuserbau hat das SRK zudem in zahlreichen Gemeinden beschädigte Wassersysteme instand gesetzt. Die letzte Projektphase fokussierte sich insbesondere auf die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Behörden für die Katastrophenvorsorge – eine fundamentale Aufgabe in einem Land, das jährlich von 20 bis 35 Taifunen betroffen ist.

Taifun Haiyan hinterliess am 8. November 2013 16 Millionen Betroffene. Der stärkste je gemessene Taifun machte vier Millionen Menschen obdachlos, über eine Million Häuser wurden beschädigt. Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Sturm war das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) vor Ort, um den Menschen insbesondere auf den Inseln Bantayan und Busuanga zu helfen. Dank der Nothilfe haben 34 000 Menschen wieder ein Dach über dem Kopf, das sie vor Hitze und Regen schützt.

Wiederaufbau und Katastrophenvorsorge

Das SRK unterstützte die Philippinen in den letzten Jahren immer wieder nach Stürmen mit Soforthilfe. Nach dem Taifun Haiyan engagiert sich das SRK auch beim Wiederaufbau in drei Regionen: in Capiz auf der Insel Panay, in Ormoc auf Leyte sowie im Norden von Palawan auf den Calamian Inseln, wo das SRK bereits Nothilfe leistete. Dabei arbeitet das SRK eng mit dem Philippinischen Roten Kreuz zusammen.

Im Zentrum des Engagements steht die Landbevölkerung in abgelegenen Gebieten. Mit dem «owner-driven»-Ansatz werden Wohnhäuser so gebaut, dass sie Erdbeben, Fluten oder heftigen Stürmen besser widerstehen. Das Prinzip dabei: Die unterstützen Dorfbewohnerinnen und -bewohner erhalten vom SRK Baumaterial oder finanzielle Beiträge und werden fachlich begleitet. Doch sie entscheiden selber, für welche Arbeiten sie Bauleute beiziehen und wann sie selber Hand anlegen wollen. Nach jeder abgeschlossenen Bauphase wird die Baustelle vom Roten Kreuz besichtigt, erst dann wird die nächste Geldtranche ausbezahlt.

Wichtig ist ebenfalls der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Viele Wasserleitungen sind während des Taifuns zerstört worden, Quellen vom Sturm oder eintretendem Meerwasser verunreinigt. Zentral ist auch die Förderung der Hygiene, wodurch die Gesundheit verbessert wird und gefährliche Krankheiten vermieden werden können.

Existenzgrundlage sichern

Die Stärkung der Existenzgrundlage ist insbesondere in den ländlichen und marginalisierten Gegenden wichtig. Dabei wird das SRK von weiteren Rot-Kreuz-Gesellschaften unterstützt. Denn beim Taifun haben viele ihre Lebensgrundlage verloren: Fischerboote und Fischfanggründe wurden zerstört, Kokosplantagen vernichtet, Landwirtschaftsflächen sind aufgrund der Wassermassen, die vom Meer aufs Land trafen, versalzen.