Mali

Stärkung der lokalen Gesundheitsstrukturen

Trotz prekärer Sicherheitslage setzt das SRK seine Projekte in Mali fort und konzentriert sich dabei auf den Ausbau der Augenmedizin und lokaler Gesundheitsstrukturen.

Die Rebellion der Tuareg und der anschliessende Putsch des Präsidenten stürzten Mali 2012 in eine Krise, von der sich der fragile Staat bis heute nicht erholt hat – auch wenn im Juni 2015 ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde. Doch der Friedensprozess verläuft zäh und Tuareg-Rebellen, islamistische Gruppen und schwer bewaffnete kriminelle Banden sorgen dafür, dass die Sicherheitslage in den nördlichen Regionen von Mali prekär bleibt. Zudem hat sich die Sicherheitslage auch in Zentral-Mali durch die Präsenz verschiedener radikal-islamistischer Gruppen und inter-ethnische Spannungen zunehmend verschlechtert.

Die Route von Timbuktu nach Goundam, die Hauptverbindung ins SRK-Projektgebiet, gehört zu den gefährlichsten Strassen in ganz Mali und sieht sich mit regelmässigen Anschlägen von Islamisten wie bewaffneter Banditen konfrontiert. Dennoch setzt das SRK in der Region Timbuktu seine Partnerschaft mit dem Malischen Roten Kreuz fort.

Wiedereinstieg SRK nach Ernährungskrise
Dies ist umso wichtiger, weil Mali, wie andere Länder der Sahelzone, besonders stark vom Klimawandel betroffen ist. Fortschreitende Wüstenbildung, Bodenerosion, Dürre und sich verändernde Niederschlagsmuster sind allgegenwärtig. Die grosse Sahel-Ernährungskrise war der Hauptgrund für den Wiedereinstieg des SRK in Mali im Jahr 2005. Zum ersten Mal in Mali aktiv war das SRK bereits 1970 mit Projekten für den Ausbau der medizinischen Infrastruktur.

Augenmedizin unter schwierigen Bedingungen
Seit 2009 bietet das SRK wieder augenmedizinische Dienstleistungen auf. Diese stehen in einer langen Tradition, war das SRK doch bereits in den 1990er-Jahren stark involviert im Aufbau der augenmedizinischen Versorgung in der Sikasso Region im Süden Malis. Im Norden werden heute das Regionalspital von Timbuktu und kleinere Gesundheitseinrichtungen der Region unterstützt. Zudem wird das spärlich vorhandene Personal fachlich weitergebildet und auch finanziell unterstützt. Durch speziell ausgebildete Freiwillige des Malischen Roten Kreuzes wird die Dorfbevölkerung bezüglich der Prävention von Augenkrankheiten sensibilisiert.

Trotz der schwierigen Lage können Erfolge gefeiert werden. In den vergangenen Jahren wurden über 2000 Katarakt-Operationen durchgeführt. 

Gesundheit für Alle

Nebst der Augenmedizin liegt ein weiterer Fokus des SRK in Mali in der Stärkung der Basis-Gesundheitsstrukturen. Durch die Ausbildung von Personal sowie die Renovation und Ausrüstung der lokalen Gesundheitszentren soll die Qualität und der Zugang zur medizinischen Versorgung verbessert werden. Dabei sollen insbesondere die Kapazitäten der ASACO (Association Santé Communautaire), die in der Gemeinde verankerten Basisgesundheitseinrichtungen, gestärkt werden.
Bei sämtlichen Aktivitäten legt das SRK Wert darauf, den Wissenstransfer an die lokalen Akteure sicherzustellen um eine langfristige und eigenständige Weiterführung der Projekte zu gewährleisten.

Geografische Lage