Bangladesch

SRK verstärkt Hilfe für Geflüchtete aus Myanmar

Mit dem Monsun spitzt sich die Lage in den Flüchtlingscamps im Süden von Bangladesch weiter zu. Überschwemmungen und Epidemien bedrohen die Menschen, die zu Hunderttausenden aus Myanmar geflohen sind. Das SRK engagiert sich in der Nothilfe und wird langfristig Projekte im Umfang von mindesten 3,5 Millionen Franken umsetzen.

Heftiger Regen, Erdrutsche und starker Wind bedrohen in den kommenden Monaten hunderttausende Menschen, die aus Myanmar nach Bangladesch geflohen sind. Nahe der Stadt Cox’s Bazar im Süden des Landes leben fast eine Million Menschen unter prekären Bedingungen in riesigen Camps. 200‘000 von ihnen sind akut durch die Monsun-Stürme bedroht und auf zusätzliche Hilfe angewiesen. Denn sie sind an besonders exponierten Orten untergekommen und die Gefahr, von Wasser- oder Erdmassen mitgerissen zu werden, ist enorm.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hat daher zusätzlich zur laufenden, umfangreichen Nothilfe in den Camps einen weiteren Appell erlassen, um in Hinblick auf den Monsun Massnahmen zu ergreifen. Das SRK beteiligt sich daran mit der Verteilung von Werkzeug-Sets im Umfang von 100‘000 Franken. Rund 1000 Familien können so ihre einfachen Behausungen verstärken und notfalls selber das Nötigste reparieren.

Hygiene für bessere Gesundheit

Gleichzeitig intensiviert das SRK seine Hygienekampagnen. Regen und Unwetter drohen die ohnehin unzureichenden sanitären Anlagen zu unterspülen. Das führt zu massiven Hygiene- und Gesundheitsproblemen. Umso wichtiger ist es, die Menschen dafür zu sensibilisieren, wie mit einfachen Massnahmen die Gesundheit besser geschützt werden kann – etwa durch regelmässiges Händewaschen mit Seife.

Seit Ausbruch der Krise im Spätsommer 2017 leistet das SRK Nothilfe in den Camps. Es unterstützt die koordinierte Hilfsoperation der internationalen Rotkreuz-Föderation, unter anderem mit bisher 24 Fachpersonen aus seinem Nothilfe-Personalpool. Siebzehn von ihnen sind Gesundheitsfachleute – Hebammen, eine Kinderärztin, Allgemeinpraktiker und Pflegespezialisten – die in einem grossen Feldspital des Roten Kreuzes äusserst anspruchsvolle, mehrwöchige Einsätze leisteten.

Gesundheitszentren mit mehrfachem Nutzen

Parallel dazu baut das SRK zusammen mit dem Roten Halbmond Bangladeschs und unterstützt von der Glückskette  drei Gesundheitszentren auf, wovon eines Anfang April bereits eröffnet wurde. «Täglich werden hier 130 bis140 Personen behandelt, die meisten von ihnen Frauen. Viele haben Fieber, leiden an akutem Durchfall oder an Hautkrankheiten», berichtet Amitabh Sharma, der Länderverantwortliche des SRK in Bangladesch, aus dem Zentrum. Die Gesundheitszentren werden multifunktional genutzt. Unterernährte Kinder werden identifiziert und erhalten Spezialnahrung, auch Impfkampagnen werden durchgeführt. Zudem dienen die Zentren als Zufluchtsort für Frauen, die zusätzlich zu den äusserst schwierigen Lebensbedingungen im Camp und dem Trauma der Flucht oft auch noch Gewalt und Übergriffen ausgesetzt sind.

Langfristige Hilfe

Das SRK ist seit vielen Jahren mit langfristigen Gesundheitsprogrammen in verschiedenen Regionen von Bangladesch tätig und dadurch sehr gut vernetzt. Auch das neue Engagement im Süden des Landes ist auf mehrere Jahre ausgerichtet. Für Projekte zugunsten der notleidenden Menschen, die von Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, wird das SRK Projekte im Umfang von mindesten 3.5 Millionen Franken umsetzen.