Indonesien

Rotkreuz-Hilfe per Schiff und zu Fuss

Zwei Wochen nach der verheerenden Doppelkatastrophe auf Sulawesi haben die Teams des Roten Kreuzes mehr als 30 000 Menschen mit Wasser, Nahrung und Notunterkünften versorgt. Doch die Herausforderungen bleiben enorm, wie der SRK-Nothilfe-Experte Thomas Büeler aus seinem Einsatz berichtet.

Nach dem Erdbeben und Tsunami vom 28. September erreicht die internationale Hilfe immer mehr zerstörte Gebiete, die anfangs nicht zugänglich waren. «Das Rote Kreuz hat bereits mehr als eine halbe Million Liter Trinkwasser verteilt, es gibt Nahrungsmittel ab und Material zum Erstellen von einfachen Unterkünften», berichtet Thomas Büeler, Nothilfe-Experte des SRK, der in einem internationalen Team vor Ort die Rotkreuz-Hilfe koordinieren hilft. Bisher hat das Rote Kreuz Hilfsgüter an mehr als 30 000 Menschen abgegeben, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Die Hilfsgüterverteilungen werden in den kommenden Wochen weitergeführt, denn die Bedürfnisse sind enorm. Ein Grossteil der Infrastruktur wurde bei der Katastrophe beschädigt, Strassen, Strom- und Wasserversorgung sind vielerorts unterbrochen. «Vor allem abseits der Hauptverkehrswege und in abgelegenen Dörfern sind die Bedingungen nach wie vor sehr schwierig», sagt Thomas Büeler. «Viele Familien, die ihr Hab und Gut verloren haben, sind zu Fuss unterwegs in weniger betroffene Regionen oder versuchen sogar mit Booten auf andere Inseln zu gelangen.»

Mobile Kliniken für Kranke und Verletzte

Der Nachschub von Hilfsgütern, die auch dank der internationalen Solidarität und Spendenbereitschaft meist regional eingekauft werden können, erfolgt mit Flugzeugen und grossen Schiffen. Für die Verteilung in unwegsamen Gebieten sind Rotkreuz-Freiwillige teilweise auch zu Fuss unterwegs. Neben der Versorgung der Menschen mit lebenswichtigen Gütern ist auch die medizinische Hilfe eine grosse Herausforderung. Das Indonesische Rote Kreuz ist mit mehreren mobilen Kliniken im Schadensgebiet unterwegs und behandelt täglich um die 500 Kranke und Verletzte.

600 Rotkreuz-Freiwillige

Das Indonesische Rote Kreuz spielt bei der Nothilfe eine führende Rolle, es steht mit 600 Freiwilligen und vielen Fachpersonen im Einsatz. Unterstützt wir es von internationalen Experten, wie dem Schweizer Thomas Büeler. Das SRK unterstützt die Nothilfe mit Unterstützung des Bundes mit vorerst 500 000 Franken und ist bereit, neben der Finanzierung von Hilfsgütern auch weitere Experten zu entsenden.

Vier Fakten zur Rotkreuz-Nothilfe auf Sulawesi
- 600 Rotkreuz-Freiwillige im Einsatz
- 141 Notunterkünfte errichtet, um den betroffenen Gemeinden Schutz zu geben
- 82 775 Menschen warten auf Evakuierung aus dem Katastrophengebiet
- über 67 000 Häuser beschädigt oder zerstört