Kolumbien und Ecuador

Rotkreuz-Hilfe für die Migrationskrise um Venezuela

Das SRK unterstützt das Kolumbianische sowie das Ecuadorianische Rote Kreuz mit insgesamt rund 320 000 Franken für die Hilfe an Migrantinnen und Migranten aus Venezuela. Allein seit 2017 sollen 2,3 Millionen den Karibikstaat aufgrund der prekären Situation verlassen haben.

Die Krise im erdölreichen Venezuela treibt immer mehr Familien dazu, ihre Heimat zu verlassen. Seit Monaten überqueren tausende Menschen täglich oft mit nur einem Handgepäck die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. Und es werden immer mehr. Gemäss kolumbianischer Regierung und UNO sind seit 2017 bereits gut eine Million Menschen allein nach Kolumbien migriert, viele ziehen weiter nach Ecuador oder Peru. Es sind Venezolanerinnen und Venezolaner, ebenso kolumbianische Bürger, die einst ihre Heimat aufgrund des jahrzehntelangen bewaffneten Konfliktes in Richtung Venezuela verliessen und nun wieder zurückkehren. Sie alle fliehen vor der wirtschaftlichen und politischen Krise, der galoppierende Inflation, der Lebensmittel- und Medikamentenknappheit sowie vor der schwierigen Sicherheitslage und Perspektivenlosigkeit im südamerikanischen Land. Sie sind auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen.

SRK unterstützt Hilfe in Kolumbien und Ecuador

Dieser von der Weltöffentlichkeit fast unbemerkte Exodus aus Venezuela hat grosse Auswirkungen auf die Nachbarländer. Der massive Zustrom an Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, belastet zusätzlich die Infrastruktur, die Gesundheitsversorgung aber auch die Arbeitswelt. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hilft dem Kolumbianischen Roten Kreuz mit Unterstützung des Bundes vorerst mit 120 000 Franken bei der Nothilfe für die gestrandeten Menschen. Das Kolumbianische Rote Kreuz engagiert sich bereits seit Beginn der humanitären Krise mit Unterkünften, medizinischer Grundversorgung und psychosozialer Unterstützung. Es verteilt Hilfsgüter wie Wasser und Hygiene-Artikel und versorgt die Neuankömmlinge in den Grenzregionen mit Nahrungsmitteln. Zudem unterstützt es die Zusammenführung von Familien und bietet die Möglichkeit für Kommunikation an – mit ausleihbaren Handys, Wifi-Hotspot und Ladestationen.

In seinem Schwerpunktland Ecuador unterstützt das SRK die Schwestergesellschaft bei der humanitären Hilfe für die venezolanischen Migrantinnen und Migranten an Grenzübergängen und in grösseren Städten. Allein im ersten Halbjahr 2018 kamen 315 000 Menschen aus Venezuela in den Pazifikstaat. Mit Unterstützung des Bundes beteiligt sich das SRK mit rund 200 000 Franken an der Hilfe des Ecuadorianischen Roten Kreuzes, welche täglich 500 Menschen erreicht – darunter den Zugang zu medizinischer Versorgung, Lebensmittel und Wasser, Vermittlung wichtiger Informationen und Wiederherstellung von Familienkontakten oder psycho-sozialer Unterstützung.

Dank des Engagements auch von mehreren Hundert Rotkreuz-Freiwilligen erreichte die Rotkreuz-Hilfe in Venezuelas Nachbarländern bereits über 500 000 Menschen. Um die Hilfsoperationen der internationalen Rotkreuz-Bewegung in dieser Krise bestmöglich zu koordinieren, hat eine Logistikerin aus dem SRK-Nothilfepool zudem eine Bedürfnisanalyse in der Region unterstützt.

Spenden mit dem Vermerk Venezuela werden dankend entgegengenommen über Postkonto 30-9700-0 oder Online.