Indonesien

Rotkreuz-Hilfe erreicht entlegene Dörfer

Eine Woche nach der verheerenden Erdbebenserie und Tsunami auf Sulawesi kommt die Hilfe langsam in die schwer zugänglichen Orte. Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt die Nothilfe mit vorerst 500 000 Franken und entsendet einen erfahrenen Katastrophenhelfer.

Auch Tage nach der Doppelkatastrophe sind Not und Zerstörung auf Sulawesi unbeschreiblich. Der Zugang zu den Menschen, die dringend Hilfe brauchen, bleibt äusserst schwierig. Viele Strassen und Brücken sind zerstört, Strom- und Wasserversorgung sind zusammengebrochen. Das gesamte Ausmass der Schäden ist noch immer nicht absehbar. Beim Erdbeben mit anschliessendem Tsunami wurden mindestens 1407 Menschen getötet und mehr als 2546 verletzt.

Hilfe erreicht langsam schwer zugängliche Gebiete

Das Indonesische Rote Kreuz war mit seinen Helfern rasch zur Stelle und leistet Überlebenshilfe. Unterdessen wird es von ausländischen Kollegen unterstützt. Unter ihnen Thomas Büeler, SRK-Logistiker und erfahrener Katastrophenhelfer. Er flog am Donnerstag nach Indonesien, um vor Ort die Koordination der internationalen Rotkreuz-Hilfe zu unterstützen.

Immer wieder stossen sie auf Ortschaften, die bisher ohne Hilfe waren. So haben am Mittwoch Katastrophenhelfer des Roten Kreuzes als Erste das schwer zugängliche Dorf Petobo erreicht, das völlig zerstört wurde. Auch die Rotkreuz-Ambulanz blieb stecken, da die Strasse unpassierbar ist. «Wir mussten zu Fuss weiter» erzählt Iris van Deinse, von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). «Die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes kämpfen sich durch Trümmer, Matsch und beschädigte Strassen. Immer wieder stossen sie auf Verwüstung und menschliche Tragödien.»

Trotz schwierigster Bedingungen, meterhohem Schutt und Matsch setzt das Indonesische Rote Kreuz die Such- und Rettungsarbeiten unermüdlich fort. «Wir tun alles, um medizinische Versorgung, sauberes Wasser und Unterstützung in die am stärksten betroffenen Gebiete zu bringen. Viele Menschen haben bei der Katastrophe nicht nur ihre Häuser und die Lebensgrundlagen verloren, sondern auch Angehörige. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie auch die Hoffnung verlieren», sagt Iris van Deinse.

Katastrophe in Indonesien: Thomas Büeler, SRK-Nothilfeexperte, spricht vor seiner Abreise über die Lage auf der Insel Sulawesi nach dem Erdbeben und dem Tsunami von letzter Woche.

©  Schweizerisches Rotes Kreuz – Internationale Zusammenarbeit

Rotes Kreuz ist vor Ort

Freiwillige und Mitarbeitende des Roten Kreuzes verteilen Hilfsgüter und Lebensmittel, bringen Tanks mit Trinkwasser, betreiben Feldküchen und errichten Notunterkünfte. In einem Rotkreuz-Feldspital in Sigi sowie in mehreren mobilen Kliniken in verschiedenen Distrikten erhalten kranke und verletzte Menschen medizinisch Hilfe. Viele Frauen und Kinder mit offenen Wunden, Knochenbrüchen und Prellungen werden behandelt. Zudem hilft das Rote Kreuz bei der Zusammenführung von Familienmitgliedern, die sich bei der Katastrophe aus den Augen verloren haben.

Mindestens 300 000 Menschen sind von der Doppelkatastrophe auf Sulawesi betroffen und brauchen dringend Hilfe. Rotkreuz-Gesellschaften aus aller Welt arbeiten Hand in Hand, um die betroffenen Menschen zu unterstützen. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) beteiligt sich an dieser Nothilfe mit Unterstützung des Bundes vorerst mit 500 000 Franken sowie durch sein erfahrenes Fachpersonal.