Logistik Nothilfe

«Pfadilager» für den Ernstfall

Um für die nächste Katastrophe gerüstet zu sein, mobilisierte das SRK seine logistischen und medizinischen Fachleute während 36 Stunden in Thun. Praktisch geübt wurde der Aufbau eines Camps für Katastrophenhelferinnen und -helfer.

Das grosse Erdbeben von Anfang 2010 in Haiti hat es drastisch aufgezeigt. Wenn ein Hilfeteam des Roten Kreuzes in einem weitgehend zerstörten Umfeld eintrifft, muss es zunächst sein eigenes Überleben sichern. Mit dem Notwendigsten im mitgebrachten Gepäck geht es darum, einen Arbeitsplatz einzurichten, Verpflegung und Unterkunft zu improvisieren und die Kommunikation per Satellitentelephon und PC aufzubauen. Damit die Logistiker und medizinischen Hilfskräfte der Bevölkerung effizient helfen können, müssen sie vorerst ihren Arbeitsalltag einrichten.

Genau dies übten am 24. und 25. Mai 35 Mitglieder des logistischen und medizinischen Katastrophen-Pools des SRK auf dem Waffenplatz in Thun. Sie errichteten Zelte, in denen sie die kalte Nacht verbrachten, bauten die Telekommunikation auf und richteten eine Feldküche ein, um sich zu verpflegen. «Was ein bisschen nach Pfadilager aussah, hat einen ernsten Hintergrund, denn unsere Leute müssen nach Eintreffen in einem Katastrophengebiet, in dem oft nichts mehr funktioniert, möglichst autonom und schnell ihr Überleben und Arbeitsleben organisieren», erklärt Beatrice Weber, Leiterin der Katastrophenhilfe des SRK.

Das SRK hat in den letzten Jahren «Emergency Response Units» aufgebaut, um nach Naturkatastrophen möglichst schnell seine logistischen und medizinischen Fachleute in den Einsatz zu senden. Damit erbringt es eine wichtige Dienstleistung für die Internationale Rotkreuzbewegung. An der Übung in Thun nahmen auch Helferinnen und Helfer des Dänischen und Deutschen Roten Kreuzes teil.