Katastrophenherbst 2017

Nothilfe-Einsätze rund um den Globus

Eine Reihe schwerer Katastrophen hat im Herbst 2017 die Welt erschüttert. Das SRK hat in der Karibik, in Bangladesch und in Madagaskar umfangreiche Nothilfen umgesetzt. 30 Nothilfe-Spezialisten aus dem Personal-Pool des SRK standen im Einsatz – so viele wie noch nie.

Die folgenschwerste und komplexeste Krise spielt sich in Bangladesch ab. Im Süden des Landes sind seit Ende August mehr als 620 000 Menschen aus Myanmar eingetroffen. Zusammen mit den Geflohenen, die bereits dort waren, sind nun fast eine Million Menschen gestrandet, die im Nachbarland Schutz suchen vor der Gewalt im Rakhine Staat in Myanmar. Die humanitäre Situation ist dramatisch. Das Gastland Bangladesch, das gleichzeitig mit enormen Monsun-Überschwemmungen zu kämpfen hat, ist überfordert.

Rotkreuz-Hilfe für Menschen aus Myanmar

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hat schnell reagiert und einen Hilfsappell erlassen, an dem sich auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) massgeblich beteiligt. Spezialisten zur Klärung der dringendsten Bedürfnisse und zur Aufgleisung der Nothilfe reisten ins Krisengebiet. Sie unterstützen die internationalen Partner beim Aufbau von Camps und bei der Hilfsgüterverteilung. Eine zentrale Herausforderung ist die Hygiene, da es für die vielen Tausend Menschen, die neu eingetroffen sind, kaum Toiletten und sauberes Wasser gibt. Entsprechend gross ist die Gefahr von Epidemien. 

Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Föderation hat zudem zwei Feldspitäler errichtet, um die nach ihrer strapaziösen Flucht oft kranken und entkräfteten Menschen zu versorgen. Zu den Helferinnen der ersten Stunde gehörte eine Pflegefachfrau des SRK. Ihre Berichte von schwer kranken Kindern und Notfallgeburten gingen unter die Haut. Mittlerweile hat das SRK vier Gesundheitsfachleute und sieben Logistik-Spezialisten nach Bangladesch geschickt. Eine Programmverantwortliche plant zudem vor Ort zusammen mit dem Roten Halbmond von Bangladesch ein Gesundheits- und Hygieneprojekt. Das SRK geht davon aus, dass diese Krise ein längerfristiges Engagement erfordert.

Nothilfe-Logistiker in der Karibik

In der Karibik ist die Nothilfe dagegen bald abgeschlossen. Zwei Hurrikane – Irma und Maria – haben im September 2017 innerhalb weniger Tage auf verschiedenen Inseln schwerste Zerstörungen angerichtet. Das SRK konzentrierte seine Nothilfe auf St. Maarten und Dominica. Auf beiden Inseln koordinierten Nothilfe-Logistiker des SRK die Entgegennahme der Hilfsgüter und deren Weiterverteilung an die betroffenen Gemeinden und Familien. In Dominica stand zudem eine Bauingenieurin des SRK im Einsatz, die in Hinblick auf den Wiederaufbau Vorabklärungen traf und die Rotkreuz-Partner unterstützte. In der Karibik waren während drei Monaten insgesamt 13 Nothilfe-Delegierte vor Ort – acht im niederländischen St. Maarten, fünf im unabhängigen Inselstaat Dominica.

Bekämpfung der Pest in Madagaskar

In Madagaskar verbreitete derweil der Ausbruch der hoch ansteckenden Lungen-Pest Angst und Schrecken. Innerhalb weniger Wochen kamen 187 Menschen ums Leben, 1800 Ansteckungen wurden registriert. Das Rote Kreuz, zu dessen Kernkompetenzen die

Gesundheit zählt, stand auch hier den Betroffenen bei. Das SRK entsandte zwei erfahrene Gesundheitsfachpersonen, die schon früher bei Epidemien im Einsatz standen. Sie unterstützen die Hilfsoperation der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Föderation zur Eindämmung der gefürchteten Krankheit. Dabei behandeln sie nicht nur Pest-Patienten, sondern helfen auch bei der Stärkung der Gesundheitsstrukturen, damit bei einem erneuten Ausbruch einer Epidemie besser reagiert werden kann. 

Einsätze in Südsudan, Zentralafrika und Griechenland

Neben diesen personalintensiven Einsätzen bei Grosskatastrophen leisten die erfahrenen Nothilfe-Spezialisten des SRK auch Hilfe bei langandauernden Krisen, die in der Öffentlichkeit fast in Vergessenheit geraten sind. So standen und stehen im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik sowie in Griechenland Fachpersonen des SRK in mehrmonatigen, anspruchsvollen Einsätzen. Sie unterstützen die Internationale Rotkreuzbewegung und das jeweilige nationale Rote Kreuz bei humanitären Herausforderungen, die ohne die internationale Solidarität nicht zu meistern sind.