Überschwemmungen Asien

Grosse Not in Nepal und Bangladesch

Anhaltender heftiger Regen hat in Nepal und Bangladesch schwere Überschwemmungen verursacht und Zehntausende Menschen obdachlos gemacht. Rotkreuz-Freiwillige sind vor Ort und leisten Überlebenshilfe. Auch Projektgebiete des SRK sind betroffen.

«Tausende Familien haben nicht nur ihre Häuser verloren, auch die Felder und Tiere wurden von den Fluten weggerissen. Für die Betroffen wird es Jahre dauern, die Folgen der Katastrophe zu überwinden», berichtet Kamal Baral, der Länderkoordinator des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), direkt aus dem betroffenen Gebiet. Vier von insgesamt 31 Distrikten, die in Nepal von den Fluten betroffenen sind, befinden sich in dem Gebiet im mittleren Westen, wo das SRK seit vielen Jahren langfristige Unterstützung leistet. Weil die Region während der Monsun-Zeit immer wieder von Überschwemmungen bedroht ist, unterstützt das SRK die Menschen im Bereich der Katastrophenvorsorge und -bereitschaft, etwa mit dem Aufbau von Frühwarnsystemen, mit Evakuierungsübungen sowie durch die Schulung von lokalen Freiwilligen.

Viele Verkehrswege unterbrochen

Die Rotkreuz-Freiwilligen helfen nun, wo sie können. Im gesamten Überschwemmungsgebiet verteilen Freiwillige des Nepalesischen Roten Kreuzes Hilfsgüter. Sie suchen nach Vermissten und helfen gestrandeten Familien, die alles verloren haben, in Sicherheit zu gelangen. Die Situation ist prekär, denn der Regen hält an und die Wasserpegel steigen weiter. Immer wieder kommt es zu Erdrutschen und die Verkehrswege sind unterbrochen. Zehntausende Menschen sind von der Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln abgeschnitten. Dutzende haben ihr Leben verloren und zahlreiche Frauen, Männer und Kinder werden vermisst. Die Delegation des SRK klärt zusammen mit dem Nepalesischen Roten Kreuz eine weitergehende Hilfe für die notleidenden Menschen ab.

Prekäre Situation in Bangladesch

Auch in Bangladesch fordern ungewöhnlich heftige Monsun-Regenfälle täglich mehr Opfer. 19 Distrikte im tieferliegenden Süden wie auch in den gebirgigen Regionen im Norden des Landes sind betroffen. Freiwillige des Bengalischen Roten Halbmonds versorgen die betroffenen Gemeinschaften mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Trinkwasser, Kochutensilien und Blachen für Notunterkünfte. Das SRK klärt ab, ob eine weitere Nothilfe für die in seinem Projektgebiet betroffenen Familien notwendig ist.

Nepal und Bangladesch gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. In ihrem Kampf gegen die Armut werden sie immer wieder von Naturkatastrophen zurückgeworfen. So haben 2015 im Nordosten Nepals zwei heftige Erdbeben innerhalb eines Monats schwere Zerstörungen angerichtet. In Bangladesch kommt es fast jährlich zu grossflächigen Überschwemmungen.