Nothilfe

Nagorny Karabach: Grosse Not bei den Opfern des Konflikts

Seit Ende September haben die Kampfhandlungen Hunderte von Toten gefordert und einen grossen Teil der Infrastruktur zerstört. Viele Familien mussten ihr Zuhause verlassen, um sich in Sicherheit zu bringen. Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond stehen der Zivilbevölkerung beider Konfliktparteien bei.

Am 27. September ist der Konflikt in Nagorny Karabach erneut ausgebrochen. Trotz Bemühungen um eine Waffenruhe sind die Kämpfe seither zunehmend eskaliert. Bilder von Hausruinen und von Leichen unter den Trümmern zeugen von der Heftigkeit der Bombardierungen. Das Wiederaufflammen eines Krieges, der die Menschen seit über 30 Jahren nie ganz losgelassen hat, trifft die Zivilbevölkerung mit voller Härte. Nach ersten vorläufigen Zahlen sind bereits Hunderte von Toten und Tausende von Verletzten zu beklagen. Und immer mehr Menschen müssen ihre Häuser verlassen, um sich vor der Gewalt in Sicherheit zu bringen. Einige Familien haben mit Kindern und Grosseltern in Hotels, Schulen oder öffentlichen Gebäuden Zuflucht gefunden. Andere hatten weniger Glück und müssen in ungeheizten Bauten ausharren.

Unterstützung durch die lokalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften

Das Armenische Rote Kreuz und der Aserbaidschanische Rote Halbmond haben ihre Freiwilligen aufgeboten, um den Opfern des Konflikts beizustehen. Rund 9000 Menschen wurden vom Armenischen Roten Kreuz mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt, erhielten Erste Hilfe und psychosoziale Betreuung. Der Aserbaidschanische Rote Halbmond leistet Nothilfe für fast 350 Haushalte. Ausserdem übernehmen seine Freiwilligen den Transport von Verletzten. Die beiden Schwestergesellschaften haben zudem zum Blutspenden aufgerufen, um ausreichende Bestände sicherzustellen.

Engagement der internationalen Bewegung

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) leistet Bargeldhilfe für über 3000 Familien, die ihr Dach über dem Kopf verloren haben. Zudem haben seine Teams Spitäler mit medizinischer Ausrüstung, Material und Decken versorgt sowie Lebensmittelpakete und Hygienesets verteilt. Das IKRK führt auch seine Besuche bei Kriegsgefangenen und bei Zivilpersonen weiter, die im Rahmen des Konflikts inhaftiert wurden. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften greift dem Armenischen Roten Kreuz und dem Aserbaidschanischen Roten Halbmond mit etwas über einer Million Franken unter die Arme. Auch das Schweizerische Rote Kreuz steht seinen beiden Schwestergesellschaften in dieser Notlage mit Unterstützung des Bundes zur Seite: Für die Monate November und Dezember stellt es in Baku, Aserbaidschan, eine Person für logistische Aufgaben zur Verfügung. Ausserdem unterstützt es das Armenische Rote Kreuz bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln sowie bei der Ersten Hilfe und der psychosozialen Betreuung.