Erdbeben Nepal

Angst und Schrecken nach heftigem Nachbeben

Das schwere Nachbeben vom 12. Mai hat in Nepal erneut Dutzende Todesopfer und mehr als 2000 Verletzte gefordert. Hunderte Häuser, die zum Teil bereits beschädigt waren, brachen zusammen. Die Rotkreuz-Hilfe wird intensiviert.

Das Epizentrum des Erdbebens lag diesmal 81 km östlich der Hauptstadt Kathmandu. Kamal Baral, der Koordinator des SRK-Länderprogrammes in Nepal berichtete am Telefon von heftigen Erschütterungen. Die Menschen seien in Panik auf die Strasse gerannt und hätten verzweifelt versucht, ihre Angehörigen telefonisch zu erreichen. Doch die Leitungen waren teilweise überlastet oder unterbrochen. Die Mitarbeitenden des Roten Kreuzes wurden angewiesen, sich im Freien aufzuhalten und in Zelten zu übernachten. «Das Team ist wohlauf, wir haben mit allen Mitarbeitenden Kontakt», berichtete Kamal Baral. Allerdings werde die Hilfsoperation durch die vielen Verletzten, die neuen Schäden und die teilweise unterbrochenen Verkehrswege noch komplizierter. Wie nach dem ersten Erdbeben vom 25. April geht es nun darum, sich ein Bild von der veränderten Situation zu machen und die Bedürfnisse abzuklären.

Schwerpunktland des SRK

Das SRK hat nach dem Erdbeben acht Nothilfe-Spezialisten nach Nepal geschickt, die dort zusammen mit dem Länderkoordinator und weiteren lokalen Mitarbeitern die Nothilfe des Roten Kreuzes unterstützen. Dazu wurden auch Hilfsgüter wie 5000 Zeltblachen für temporäre Unterkünfte geliefert. Ein Logistik-Team des SRK baut im Auftrag der Internationalen Föderation eine Infrastruktur auf, damit die Hilfe effizient abgewickelt werden kann. Die SRK-Mitarbeitenden organisieren Lagerräume, mieten Lastwagen und koordinieren mindestens vier Monate lang die Logistik der internationalen Rotkreuz-Hilfe vor Ort. Das SRK engagiert sich seit 40 Jahren mit einem langfristigen Gesundheitsprogramm in Nepal und ist dadurch bestens mit dem Nepalesischen Roten Kreuz vernetzt. Für die Nothilfe nach dem verheerenden Erdbeben hat das SRK vorerst eine Million Franken gesprochen und wird sich auch beim Wiederaufbau engagieren.

SRK-Team vor der Reise nach Nepal - Interview Radio Energy