Honduras

Stärkung der Resilienz

Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt die Bevölkerung bei der Katastrophenvorsorge und der Verbesserung der Gesundheit. Zudem fördert es die Ausbildung und soziale Integration von gefährdeten Jugendlichen.

Von den über acht Millionen Honduranerinnen und Honduranern leben zwei Drittel in Armut. Als Folge des Klimawandels haben sich Wirbelstürme und Überschwemmungen, aber auch Dürreperioden in den letzten beiden Jahrzehnten intensiviert. Übermässige Abholzung und zunehmende Boden-Erosion machen Honduras besonders anfällig für Naturkatastrophen. Zudem weist das zentralamerikanische Land eine der höchsten Kriminalitätsraten weltweit auf.

Besserer Schutz vor Naturgewalten

Angesichts der grossen und vielfältigen Gefahren haben die Katastrophenbereitschaft und -vorsorge eine hohe Priorität. In den Dörfern werden Freiwillige in Notfallkomitees organisiert und ausgebildet. Evakuierungspläne, Risikokarten und Frühwarnsysteme sind für die Katastrophenvorbereitung unentbehrlich. Überschwemmungsrisiken können aber auch präventiv vermindert werden, indem Schutzmauern, Drainagen oder kleine Brücken erstellt werden. Erdrutschgefährdete Hänge werden mit Bäumen bepflanzt, um sie zu stabilisieren.

Katastrophenvorsorge in Honduras: San José im Süden des Landes. Dürreperioden und sintflutartige Regenfälle wechseln sich ab. «El clima se enloquece» – das Klima spielt verrückt – sagen die Bauern. Der Dokumentarfilm zeigt, dass die Bevölkerung nicht hilflos ausgeliefert ist. Aber ihre Anstrengungen sind ein Wettlauf mit der Zeit.

© SRK, Mitja Rietbrock

Gesundheit verbessern

Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Lebensbedingungen der Menschen aus. Er begünstigt die Verbreitung von Krankheitsüberträgern (z.B. Mücken) und Krankheiten (wie Malaria und Denguefieber) und erschwert gleichzeitig den Zugang zu Trinkwasser und Wasser, das für die landwirtschaftliche Nutzung benötigt wird. Hygienekampagnen und eine intakte Wasserversorgung sind deshalb besonders wichtig.
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt die Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer des Honduranischen Roten Kreuzes sowie die lokalen Gesundheitsbehörden dabei, die Versorgung und Prävention in abgelegenen Zonen zu verbessern. In über 350 Dörfern im Osten und Süden des Landes beteiligen sich vor allem Frauen und Jugendliche an der Gesundheitsarbeit. Die Weiterbildung von traditionellen Hebammen und die Mutter-Kind-Gesundheit sind ebenso wichtige Themen wie die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die Verbesserung der Ernährungssituation. Jugendliche des Roten Kreuzes klären zudem an Sekundar- und Mittelschulen über Aids auf.

Der Gewalt vorbeugen

In mehreren Armenvierteln der Stadt Choluteca setzt sich das Rote Kreuz für Jugendliche und Kinder ein. Junge Männer und Frauen werden in einem Ausbildungszentrum in praktischen Berufen ausgebildet, beispielsweise in der Textilverarbeitung oder einer  Autospenglerei, sowie im Umgang mit dem Computer. In enger Zusammenarbeit mit den Quartierorganisationen wird Kindern und Jugendlichen ein breites Freizeitangebot zur Verfügung gestellt. Dabei werden Themen wie Gewalt und Aggressivität diskutiert, die auf der Strasse und zu Hause allgegenwärtig sind. Im Gesundheitszentrum des Armenviertels erhalten Gewaltbetroffene zudem psychosoziale Unterstützung.