Unwetter Karibik

Hurrikan Irma – Nothilfe und Vorsorge in Haiti

Die Zerstörungen, die der Hurrikan Irma in der Karibik angerichtet hat, sind immens. In Haiti ist vor allem der Norden betroffen. Das lokale Team des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) unterstützt die Nothilfe und verstärkt die Katastrophenvorsorge.

Hurrikan Irma ist am Freitag auf den Norden von Haiti getroffen, den ärmsten der betroffenen Staaten. An den Küstengebieten kam es zu Überschwemmungen und Verwüstungen. Da der Hurrikan den Inselstaat aber nur streifte, sind die Folgen weniger gravierend als zuerst befürchtet. Mitarbeitende des lokalen SRK-Teams sind in die betroffenen Zonen gereist und klären ab, wie sie das Haitianische Rote Kreuz bei der Nothilfe unterstützen können. Erst vor einem Jahr hatte Hurrikan Matthew auf Haiti katastrophale Zerstörungen angerichtet, mit deren Folgen die Menschen noch immer kämpfen.

Vorsorge ist zentral

Der erneute Hurrikan macht deutlich, welch grosser Bedrohung die haitianische Bevölkerung immer wieder ausgesetzt ist. Da die Mehrheit der Menschen unter der Armutsgrenze in bescheidenen Verhältnissen leben, sind sie für die Folgen von Katastrophen besonders verletzlich. In seinen langfristigen Programmen fördert das SRK deshalb die Katastrophenvorsorge – und wird sie in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Damit sich die Menschen rechtzeitig in Sicherheit bringen können, werden Frühwarnsysteme und Schutzräume eingerichtet. Durch Informationskampagnen und Notfall-Übungen werden die Gemeinschaften für die Naturgefahren sensibilisiert. Auch lernen sie, ihre Häuser sturmsicher zu bauen und durch angepasste Methoden die Gärten und Felder besser zu schützen und produktiver zu bewirtschaften und so ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.

Rotkreuz-Hilfe in vollem Gang

Auf den schwer betroffenen Karibikinseln, insbesondere auf Antigua, Barbuda, St. Martin, St. Kitts und Nevis ist die Rotkreuz-Hilfe angelaufen. Die nationalen Rotkreuz-Organisationen mit ihren zahlreichen Freiwilligen werden dabei von den internationalen Partnern unterstützt. Noch ist das ganze Ausmass der Schäden nicht absehbar. Die Internationale Rotkreuz-Föderation hat zu Unterstützung im Umfang von mindestens 1,1 Millionen Franken aufgerufen.

SRK-Nothilfe-Einsatz in Sint Maarten
Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) entsendet seine Nothilfe-Einheit ERU (Emergency Response Unit) nach Sint Maarten. Im Auftrag der Internationalen Rotkreuzföderation kümmert sie sich vor Ort um die gesamte Logistik der internationalen Rotkreuz-Hilfe, von der Entgegennahme, Zwischenlagerung bis zum Transport in die am meisten betroffenen Gebiete, wo die Menschen dringend Hilfe brauchen. Sint Marteen mit rund 34 000 Einwohnern gehört zu den am schlimmsten von Hurrikan Irma betroffenen Inseln. Rund 75 Prozent der Häuser wurden beschädigt oder zerstört.