Katastrophenvorsorge

Die Bevölkerung vor Katastrophen schützen

Angesichts der klimabedingten Zunahme von Wetterextremen verstärkt das Schweizerische Rote Kreuz die weltweite Katastrophenvorbeugung und -bereitschaft.

Extreme Natur- und Klimaereignisse wirken sich besonders für die ärmere Bevölkerung in Entwicklungsländern immer drastischer aus. Denn sie nehmen an Häufigkeit und Intensität zu. Fluten, Dürren und Wirbelstürme haben im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts jährlich über 200 Millionen Menschen in ihrer Existenz bedroht. Oft verlieren bei Katastrophen ganze Dorfgemeinschaften ihre Unterkünfte und ihre Nahrungsgrundlage, auch ihre Gesundheit leidet.

Wenn eine Bedrohung zur Katastrophe wird

Zur Katastrophe wird ein Naturereignis aber erst im Zusammenwirken mit dem Menschen – wenn sie dadurch lebenswichtige Güter verlieren und direkt an Leib und Leben bedroht sind. Eine Lawine oder ein Erdrutsch bedeuten allein noch keine Katastrophe. Erst wenn sie Menschen oder ganze Dörfer verschütten und die Infrastruktur zerstören wird aus einem Naturereignis eine Katastrophe.

Katastrophen verhindern Entwicklung

Besonders stark gefährdete Länder und Regionen sind mit der Bewältigung kleinerer und grösserer Katastrophen oft so stark beschäftigt, dass ihre Entwicklung und die Armutsbekämpfung stagnieren. Dennoch ist die Katastrophenvorsorge für Entwicklungsländer oft keine Priorität. Sie setzen ihre beschränkten finanziellen Mittel eher für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder Bildung ein oder für die Armutsbekämpfung. Umso wichtiger ist es, dass das das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) die Bevölkerung in exponierten Zonen dabei unterstützt, sich vor den Auswirkungen der Extremereignisse besser zu schützen.

Die Ärmsten sind am stärksten betroffen

Naturgefahren bedrohen arme Menschen viel stärker als reiche. Sie leben in schlecht gebauten Häusern an gefährdeten Lagen – weil sie sich eine bessere Situation nicht leisten können. Gleichzeitig fehlt es ihnen an Möglichkeiten, sich auf Gefahren angemessen vorzubereiten. Bei einer Katastrophe verlieren sie oft ihr gesamtes Hab und Gut und auch die Lebensgrundlage. Ersparnisse oder eine Versicherung, auf die sie zurückgreifen könnten, haben sie in der Regel nicht und müssen so immer wieder bei Null anfangen.

Das SRK unterstützt deshalb die verletzlichsten Menschen und besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen in stark gefährdeten Regionen. Es setzt sich dabei verstärkt für die Verminderung von Katastrophenrisiken (Disaster Risk Reduction) ein. Dazu gehören die Bereitschaft für einen wirksamen Katastrophenschutz ebenso wie die längerfristige Vorbeugung gegen Katastrophen. Denn mit jedem in diesem Bereich investierten Franken lässt sich längerfristig ein Mehrfaches an Schadensbegrenzung einsparen.