Welt-Katastrophen-Bericht

Millionen Menschen erhalten nicht die nötige Hilfe

Das Rote Kreuz appelliert an Regierungen und den humanitären Sektor, die Massnahmen zugunsten der Schwächsten zu verstärken. Millionen Menschen in Not erhalten nicht die Hilfe, die sie benötigen. Dies zeigt der heute veröffentlichte «World Disasters Report» der Internationalen Rotkreuz-Föderation IFRC.

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften IFRC warnt in ihrem heute veröffentlichten Bericht, dass Millionen von Menschen nicht die humanitäre Hilfe erhalten, die sie benötigen. Um das UNO-Ziel für nachhaltige Entwicklung «Leave No One Behind» zu erreichen, braucht es dringend mehr Engagement von Seiten Regierungen und dem humanitären Sektor. Dass die finanziellen Zuwendungen nicht Schritt halten können mit der steigenden Anzahl Katastrophen und ihren Auswirkungen, ist dabei nur eines der Probleme.

Weniger als 3 Prozent für lokale Hilfe

Laut Schätzungen der UNO benötigen 2018 134 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, die internationalen Hilfsmassnahmen erreichen aber lediglich 97,4 Millionen Menschen. 27 Prozent der Betroffenen werden somit nicht erreicht. Der Bericht nennt folgende Gründe für diese Diskrepanz: Zu wenig finanzielle Mittel, fehlender Zugang zu Menschen in Not, Prioritätensetzung, zu wenig Bereitschaft, um marginalisierten Menschen zu helfen, die nicht in einer klassischen Konflikt- oder Krisensituation sind. Das Rote Kreuz fordert, dass die Mittelverteilung überdacht wird und lokale und nationale Organisationen mit direktem Zugang zu den Betroffenen besser unterstützt werden. 2017 wurden lediglich 2,9 Prozent (603 Millionen USD) der finanziellen humanitären Hilfe direkt an lokale Akteure vergeben.

Das Rote Kreuz ist mit 190 nationalen Gesellschaften und Millionen Freiwilligen oft einer der wenigen Akteure, der in unzugänglichen und gefährlichen Katastrophengebieten Hilfe leistet. Das SRK setzt sich dafür ein, nationale Rotkreuz-Gesellschaften zu stärken und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. «Den Schwächsten zu helfen hat für das SRK oberste Priorität, unabhängig davon, wie schwierig sie zu erreichen sind», betont SRK-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz.