Sudan

Fluten in Sudan: Fast eine Million Betroffene

Bei den schlimmsten Überschwemmungen seit 30 Jahren haben in Sudan mehr als 830’000 Menschen ihr Obdach verloren. Das SRK leistet mit Unterstützung des Bundes Nothilfe im Umfang von 150'000 Franken.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) unterstützt mit seiner Nothilfe von vorerst 150'000 Franken betroffene Familien mit dringend benötigten Hilfsgütern. Dazu zählen Plastikblachen, Moskitonetze, Kanister, Küchensets und Hygieneartikel. Um die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria, Typhus oder COVID-19 möglichst zu verhindern, sind Hygienemassnahmen jetzt besonders wichtig. Mehr als 830'000 Menschen haben ihr Obdach verloren, weil ihre Häuser durch die Fluten zerstört wurden. 
«Diese Flutkatastrophe ist beispiellos und die Situation wird immer schlimmer. Denn das Wasser steigt weiter und richtet täglich noch mehr Schäden an», sagt Amélie Courcaud, die Delegierte des SRK in Sudan. Mehr als 1450 Freiwillige und Mitarbeitende des Sudanesischen Roten Halbmondes stehen pausenlos im Einsatz. Sie verteilen Hilfsgüter und stehen den Betroffenen mit psychosozialer Unterstützung bei. Zudem koordinieren sie Evakuationen, damit sich Gemeinschaften in höher gelegene Gebiete begeben, die nicht durch die hochgehenden Flüsse bedroht sind.

Es droht eine Hungersnot

Die anhaltenden, heftigen Regenfälle haben Ende Juli begonnen. Mittlerweile sind 16 von 18 Teilstaaten des nordostafrikanischen Landes von Überflutungen betroffen. Darunter auch Sennar und Nord-Kordofan, wo das SRK langfristige Gesundheitsprojekte umsetzt. Die Regierung des 40 Millionen Einwohner zählendes Staates hat für mindestens drei Monate den Notstand ausgerufen. Mehr als 160’000 Wohnhäuser wurden bereits zerstört. Dazu kommen kaputte Gesundheitszentren, Schulen und Verkehrswege. Weil auch ein Grossteil der Ernten und Nahrungsmittelvorräte durch die Fluten vernichtet wurde, droht zudem eine Hungersnot.

Nothilfe auch in Äthiopien

Auch andere Länder Afrikas kämpfen derzeit mit ungewöhnlich heftigen Niederschlägen. Das SRK leistet daher auch in Äthiopien, das an Sudan grenzt und ebenfalls ein langfristiges Einsatzland des SRK ist, mit Unterstützung des Bundes Nothilfe.