Westafrika

SRK beendet sein Engagement in Mali

Aufgrund der anhaltend prekären Sicherheitslage und dem fehlenden Zugang zu seinem Projektgebiet, sieht sich das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) gezwungen, sein Programm in Mali zu beenden. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat das SRK seit 2005 den Ausbau lokaler Gesundheitsstrukturen und der Augenmedizin in der Region Timbuktu unterstützt.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) war bereits vor Ausbruch des bewaffneten Konfliktes 2012 im Norden von Mali mit einem Gesundheitsprogramm tätig. Angesichts der grossen Bedürfnisse in dieser Region war das SRK trotz wachsender Sicherheitsrisiken gewillt, den Menschen weiterhin beizustehen und sein Programm zugunsten der Verletzlichsten so lange wie möglich weiter zu führen.

Basis-Gesundheit und Augenmedizin

Der Hauptfokus des Programms betraf die Stärkung der Basis-Gesundheitsstrukturen und der Resilienz der Gemeinschaften. Durch die Ausbildung von Personal sowie die Renovation und Ausrüstung der lokalen Gesundheitszentren wurden die Qualität und der Zugang zur medizinischen Versorgung für ungefähr 350 000 Menschen verbessert, vorwiegend in der Region Timbuktu.

Im Bereich der augenmedizinischen Dienstleistungen wurden das Regionalspital von Timbuktu und kleinere Gesundheitseinrichtungen der Region unterstützt. Zudem wurde das Personal fachlich weitergebildet und auch finanziell unterstützt. Durch speziell ausgebildete Freiwillige des Malischen Roten Kreuzes wurde die Dorfbevölkerung bezüglich der Prävention von Augenkrankheiten sensibilisiert. Seit 2009 wurden mehrere tausend Menschen behandelt.

Fehlender Zugang und finanzielle Unregelmässigkeiten

Immer wieder aufflammende Gewalt und grassierende Kriminalität gingen im Laufe der Jahre nicht zurück – im Gegenteil. Der Zugang zum Projektgebiet war für das SRK seit längerer Zeit kaum mehr möglich. Unter diesen Voraussetzungen wurde es immer schwieriger, das Projekt gemäss den hohen Qualitätsstandards des SRK zu begleiten und zu überwachen.

Als letztes Jahr Hinweise auf finanzielle Unregelmässigkeiten aufgedeckt wurden, handelte das SRK sofort. Das Programm wurde sistiert und eine externe Untersuchung eingeleitet. Die Resultate der Untersuchung und die anschliessende Evaluation mit den lokalen Partnern führten schliesslich zum Entscheid, das Programm zu schliessen.

Gegenüber dem Missbrauch von Geldern hat das SRK eine Zero-Tolerance-Politik. Es setzt alles daran, Missbräuche aller Art in seinen Programmen zu verhindern und reagiert bei allfälligen Übertretungen umgehend. Die Erfahrungen in Mali werden ausgewertet.