Opfer vergessener Katastrophen

Wir vergessen die Ärmsten nicht

Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit leiden in vielen Ländern Menschen an den Folgen von Armut, Gewalt, Klimawandel, Wasserknappheit oder Epidemien. Wir vergessen diese Menschen nicht.

Samira ist ein aufgewecktes Mädchen. Mit einer Kreide malt die Achtjährige fantasievolle Formen auf den Boden vor der Lehmhütte, im Dorf Gambaga, im Norden von Ghana. Vor drei Tagen sass Samira noch apathisch auf einer Bank vor dem Haus. Sie malte nicht, sie spielte nicht mit ihren Geschwistern und half auch nicht im Haushalt– nicht, weil sie nicht gewollt hätte, sondern weil sie nicht konnte. Denn Samira war eines von weltweit 1,4 Millionen Kindern, die von armutsbedingter Blindheit betroffen sind. Sie war an beiden Augen am grauen Star erblindet.

Niemand in der Familie kümmerte sich um das Kind, denn wo Armut herrscht, hat das Überleben Vorrang. Doch Samira hatte Glück. Unermüdlich leisten Rotkreuz-Freiwillige auch in weit abgelegenen Regionen Aufklärung bei Fragen rund um Gesundheit und Hygiene. Sie wurden auf Samira aufmerksam und dank einer einfachen Operation kann das Mädchen heute wieder sehen. Jetzt kann sie spielen und in der Schule zusammen mit den andern Kindern lernen.

Die Not verschwindet nicht

Auch wenn die Augen der Weltöffentlichkeit jeweils auf die aktuellsten Krisen gerichtet sind, die Not dieser Menschen, der Kinder, Frauen und Männer in abgelegenen Dörfern und Gemeinschaften verschwindet nicht einfach. Nicht im Südsudan, nicht in Ägypten, nicht in Somalia. Nicht in Kirgistan. Und auch nicht in Bangladesch oder Togo.

Mehr als 125 Millionen Menschen benötigen weltweit dringend humanitäre Hilfe - weil sie an den Folgen von Armut, Gewalt oder Naturkatstrophen leiden. 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, das entspricht der Bevölkerung Frankreichs. Sie sind besonders verletzlich und auf humanitäre Hilfe angewiesen. 

Hilfe für die betroffenen Menschen

Das SRK ist in den ärmsten Regionen der Welt für die Menschen da und engagiert sich so lange, wie Hilfe nötig ist. Dort, wo es kein sauberes Wasser gibt. Dort, wo Kinder an vermeidbaren Krankheiten sterben. Dort, wo es nicht selbstverständlich ist, Blut zu spenden. Dort, wo der Weg zum nächsten Gesundheitszentrum schlicht zu weit ist. Dort, wo der Wiederaufbau Know-how und Material benötigt. In 30 Ländern.

Danke, dass auch Sie den Menschen helfen und Ihnen ein Zeichen der Hoffnung schenken.