Südsudan

Langfristige Nothilfe im jüngsten Staat der Welt

Im kriegsversehrten Südsudan unterstützt das SRK die Nothilfe für intern vertriebene Menschen mit Hilfsgütern und psychosozialer Betreuung. In der Region Imatong State (vormals Eastern Equatorial), die nicht direkt von Kampfhandlungen betroffen ist, hilft es bei der Verbesserung von Gesundheit und Hygiene.

Nach zwei Jahren des Friedens und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, ist Ende 2013 im Südsudan die Gewalt wieder eskaliert. Tausende Menschen kamen ums Leben, Hunderttausende mussten fliehen. Per Ende 2015 sind mehr als 1,6 Millionen Menschen im Land auf der Flucht, rund 600 000 konnten sich in Nachbarländer wie Äthiopien, Uganda oder den Sudan retten. 4,6 Millionen Bedürftige sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. 

Nothilfe und psychosoziale Unterstützung

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) reagierte nach Ausbruch der Konflikte mit einem sofortigen Nothilfeprogramm. Es unterstützt das Südsudanesische Rote Kreuz sowie das Internationale Rote Kreuz (IKRK) seither bei der Versorgung von Verletzten und in Not geratenen intern Vertriebenen. Das SRK hilft bei der Sicherstellung von sauberem Wasser und bei der Nahrungsmittelverteilung. Die schwer traumatisierte Bevölkerung, insbesondere Kinder, erhalten psychosoziale Unterstützung.

Blutversorgung und Schutz vor Cholera

Wegen der vielen Verletzten werden vermehrt Bluttransfusionen benötigt. Das SRK unterstützt deshalb die nationale Blutbank bei der Rekrutierung von freiwilligen Blutspenderinnen und -spendern. Bei Epidemien wie der Cholera, die regelmässig während den Regenzeiten ausbricht, hilft das SRK Vorsorgemassnahmen zu treffen. Es schult Rotkreuz-Freiwillige, die die Bevölkerung über Schutzmöglichkeiten aufklären und unterstützt die Verteilung von Hygieneartikeln, Desinfektionstabletten und Wasseraufbereitungsanlagen.

Förderung von Gesundheit und Hygiene

In manchen Teilen des Landes, wie im südlichen Imatong State (vormals Eastern Equatorial), ist die Bevölkerung nicht direkt durch die Kampfhandlungen bedroht. Sie leidet jedoch unter dem enormen Ansturm von intern Vertriebenen. Lebensmittel und Wasser, ohnehin knappe Ressourcen in dem stark unterentwickelten Land, müssen nun unter noch mehr Menschen aufgeteilt werden. Dies führt immer wieder zu Spannungen. Das SRK unterstützt das Südsudanesische Rote Kreuz in Imatong State (vormals Eastern Equatorial) auf vielfältige Weise. Es klärt die Bevölkerung zu Gesundheit und Hygiene auf und verbessert die Versorgung sowohl der ansässigen Bevölkerung als auch der intern vertriebenen Familien mit sauberem Trinkwasser. Es fördert gesunde Ernährung, die Früherkennung von Mangelernährung bei Kindern und bietet auch in dieser Region psychosoziale Hilfe an.

Modifizierung des Südsudan-Programms
Nachdem im Juli 2016 in der Hauptstadt Juba erneut gewaltsame Kämpfe ausgebrochen sind, die tausende Menschen zusätzlich in die Flucht trieben, hat das SRK sein Länderprogramm angepasst. Im Rahmen seiner Projekte leistet es in der Projektregion Juba und Torit Nothilfe an intern Vertriebene. Das SRK unterstützt in Zusammenarbeit mit dem Südsudanesischen Roten Kreuz, die Verteilung von Nothilfegütern und ist insbesondere bei der Prävention von Cholera sowie dem Zugang zu sauberem Wasser aktiv. Zudem führt das Südsudanesische Rote Kreuz mit Unterstützung des SRK weiterhin Blutspende-Aktionen durch, denn die Nachfrage nach sicherer Blutversorgung ist gross.

Die Situation im afrikanischen Staat verändert sich laufend, die Arbeit gestaltet sich als schwierig. Das SRK ist mit seinem Partner im stetigen Austausch, um auf die Krise angemessen reagieren zu können und den verletzlichsten Menschen im Südsudan in ihrer Not helfen zu können.