Hunger in Afrika

SRK-Hilfe wird ausgebaut

In mehreren Ländern Afrikas sind Millionen Menschen von Hunger bedroht. Das SRK hilft den notleidenden Menschen in Südsudan und in Äthiopien mit Trinkwasser und mit Zusatznahrung für Kinder sowie schwangere und stillende Mütter. Dafür setzt das SRK 3,2 Mio. Franken ein.

Äthiopien

Wie bereits im Vorjahr leiden die Menschen in Äthiopien unter einer anhaltenden Dürre. In abgelegenen Regionen, die chronisch unter Wasserknappheit leiden, hat sich die Situation gefährlich zugespitzt. So in den Regionen Somali und Oromia, wo das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) in den Distrikten Moyale und Shalla seine Hilfsprogramme weiter ausbaut.

Zwei Millionen Liter Wasser verteilt

In Moyale baut das SRK seit 2010 mit Unterstützung der Glückskette Wasserauffangbecken, führt Hygienekampagnen durch und fördert das lokale Rote Kreuz. Um die akute Not zu bekämpfen verteilen vom SRK ausgebildete Freiwillige seit einigen Wochen Wasser an besonders gefährdete Gemeinschaften. Bereits wurden mehr als zwei Millionen Liter Wasser mit Tanklastwagen in abgelegene Dörfer gebracht und an rund 84 000 Menschen verteilt – eine lebenswichtige Nothilfe. Parallel dazu gibt das Rote Kreuz Wasserreinigungstabletten ab und klärt die Menschen über Hygienemassnahmen auf.

Die Nothilfe in Moyale wird weiter ausgebaut, mit Zusatznahrung für Kleinkinder sowie für schwangere und stillende Frauen. Um zu verhindern, dass das Vieh verendet und die Menschen so ihre Lebensgrundlage verlieren, wird Tierfutter abgegeben.

Kleinkinder leiden am meisten

Auch im Distrikt Shalla, etwas weiter nördlich als Moyale ist die Wassernot akut. Vor allem für Kleinkinder ist dies lebensbedrohend. Bereits 2016 hat das SRK zusammen mit dem Österreichischen und dem Äthiopischen Roten Kreuz in Shalla Nothilfe geleistet. Diese wird nun in ein längerfristiges Engagement übergeführt. Durch den Bau von Wassersammelstellen und durch Hygieneaufklärung wird die Situation von mindestens 8000 Menschen nachhaltig verbessert.

Südsudan

Mehr als drei Millionen Menschen mussten im Südsudan aus ihren Dörfern fliehen, seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Dezember 2013. Rund eine Million Menschen brachten sich in Nachbarländern in Sicherheit, wo sie in Flüchtlingslagern Zuflucht fanden. Die andern sind als intern Vertriebene im eigenen Land auf der Flucht.

Felder liegen brach, Preise steigen

Weil so viele Familien Haus und Hof verlassen mussten, liegt ein Grossteil der Felder brach und die landwirtschaftliche Produktion ist eingebrochen. Eine Dürreperiode hat die Situation weiter verschärft. Wegen des geringen Angebotes und der Abwertung der Landeswährung sind die Preise für Lebensmittel auf den lokalen Märkten massiv gestiegen. Nur wenige können sich den Kauf von Nahrungsmitteln noch leisten. Dadurch zeichnet sich eine akute Ernährungskrise ab. 100 000 Menschen, vor allem Kinder, sind akut von Hunger bedroht. Dies ist umso gefährlicher, weil die Menschen aufgrund der anhaltenden Entbehrungen körperlich bereits geschwächt sind.

Umfassende Hilfe

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist schon seit vor der Gründung des Staates Südsudan 2011 in der Region im Gesundheitsbereich tätig. Seit dem Ausbruch der Kämpfe Ende 2013 leistet es Nothilfe und hat sein langfristiges Engagement den veränderten Bedingungen angepasst. Es unterstützt die umfangreichen Hilfsoperationen des Südsudanesischen Roten Kreuzes sowie des IKRK mit Gesundheitsprojekten, Nahrungshilfe für Kinder, Hilfsgütern, Präventionskampagnen, Blutspende-Aktionen und psychosozialer Hilfe für Vertriebene. Diese Unterstützung leistet das SRK in Imatong State (vormals Eastern Equatorial) und Latjoor State (vormals Upper Nile).

Weltweite Rotkreuz-Hilfe

Das Rote Kreuz unterstützt die Bekämpfung der drohenden Hungerkrise unter anderem in Südsudan, Äthiopien, Jemen, Somalia und Uganda. Dies beispielsweise durch

- die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen
- die Versorgung mit Trinkwasser über Tanklaster
- Bargeldbeiträge für nötigste Einkäufe
- medizinische Versorgung

In langfristigen Projekten zur Ernährungssicherung, wie in Uganda und Sudan, wird beispielsweise dürreresistentes Saatgut an die Bevölkerung verteilt und neue Acker- und Anbaumethoden trainiert.