Flüchtlingshilfe

SRK verstärkt Engagement für Menschen auf der Flucht

Das Schweizerische Rote Kreuz erhöht seine Hilfe für Menschen auf der Flucht und auf dem Weg nach Europa um 2,75 Mio. Franken. Es beteiligt sich damit an der Rotkreuzhilfe in Libanon, Griechenland und Serbien. Das SRK hält sich bereit, seine Hilfe weiter aufzustocken und bei Bedarf auch in der Schweiz aktiv zu werden.

Angesichts der Flüchtlingsströme Richtung Westeuropa und der daraus entstehenden Probleme dürfen humanitäre Werte nicht geopfert werden. SRK-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz plädierte an einer Medienkonferenz in Bern dafür, dass alle Menschen, die unterwegs sind und die in Europa eintreffen, unabhängig von Person, Herkunft und Status in ihrer Würde geschützt werden und die nötige Unterstützung erhalten. Das entspreche auch den humanitären Werten der Schweiz, die Menschen in Not und Bedrängnis immer Schutz und Hilfe zuteilwerden liess.

Angesichts der Flüchtlingsströme Richtung Westeuropa und der daraus entstehenden Probleme dürfen humanitäre Werte nicht geopfert werden.

Das SRK leistet einen grösseren Beitrag zur Hilfe an die Menschen, die über das Mittelmeer und die Balkanroute nach Westeuropa kommen. Laut SRK-Direktor Markus Mader unterstützt es neu das Griechische Rote Kreuz mit der Finanzierung von Hilfsgütern und der Stärkung seiner Logistik (250‘000 Franken) und das Serbische Rote Kreuz mit der Finanzierung von warmen Kleidern, Matratzen, Schlafsäcke sowie zwei mobilen Containern für Verteilaktionen (100‘000 Franken). Es setzt zudem im Libanon die Hilfe für dort lebende syrische Familien fort und weitet diese aus.

Abklärungen ergeben keine Einsatzmöglichkeiten
Die Rotkreuzgesellschaften in Deutschland, Österreich und weiteren Ländern entlang der Migrationsroute leisten einen enormen Einsatz, um die Behörden bei Empfang und Unterbringung der Menschen auf der Flucht zu unterstützen. Sie sind mit ihren Freiwilligen rund um die Uhr an der Arbeit. Erfahrene Fachleute des Schweizerischen Roten Kreuzes unterstützen sie. Ihre Abklärungen haben ergeben, dass derzeit kein Bedarf an der Verstärkung durch freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Schweiz besteht. Das SRK bedankt sich für die Hilfsbereitschaft vieler Menschen, es kann aber aufgrund der aktuellen Lage auch im Inland keine zusätzlichen Freiwilligen einsetzen.

Zur Nahrungsmittelhilfe kommt neu eine Bargeldunterstützung für diese Familien; zudem wird die Gesundheitsversorgung des Syrischen Roten Halbmonds für in Syrien vertriebene Menschen unterstützt (Libanon und Syrien 2,4 Mio. Franken). Das SRK beteiligt sich so an den Massnahmen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, die am 17. und 18. September in Tunis ihren Aktionsplan Mittelmeer vorstellen wird. Der Plan umfasst die Massnahmen in 24 Ländern.

Engagement in der Schweiz

Das SRK hat im In- und Ausland für Menschen auf der Flucht in den letzten drei Jahren mit Unterstützung von Glückskette und Bund rund 7 Mio. Franken eingesetzt. Es wird seine Beratung und Unterstützung von Menschen aus Syrien, die im Rahmen der Familienzusammenführung in die Schweiz einzureisen suchen, fortsetzen. Verschiedene Rotkreuz-Kantonalverbände und die Geschäftsstelle des SRK halten sich bereit, im Fall der Ankunft grösserer Gruppen in der Schweiz bei Bedarf die Erstversorgung dieser Menschen zu unterstützen.

Die Rotkreuz-Kantonalverbände bieten eine grosse Palette an Leistungen für Migrantinnen und Migranten an, die auch Asylsuchenden zugutekommen können. Diese Leistungen werden zum Teil von Freiwilligen erbracht und reichen von der individuellen Betreuung und Begleitung über Aufgabenhilfe für Kinder bis zu Sprachkursen oder Rückkehrberatung und -unterstützung. Ein Beispiel für eine neue Leistung ist die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender durch das Rote Kreuz des Kantons Tessin. Wie dessen Direktorin Josiane Ricci erklärte, hat sich die Zahl der Jugendlichen, die im Auftrag des Kantons betreut werden, seit dem Beginn des Mandats im April 2015 verdreifacht. Das Tessiner Rote Kreuz leistet für die mittlerweile rund 50 Jugendlichen eine umfassende Betreuungs-, Erziehungs- und Schulungsarbeit.

Finanzierung

Die neuen Aktivitäten des SRK werden zum Teil durch die Humanitäre Hilfe des Bundes mitfinanziert. Novartis, Credit Suisse und Allianz unterstützen mit ihren Mitarbeitenden die Rotkreuzhilfe mit Geldspenden. Coop hält sich bereit, im Fall der Ankunft grösserer Gruppen bei Bedarf deren Erstversorgung durch das SRK mit Warenspenden zu unterstützen. Auch der Swisslos-Fonds des Kantons Basel-Stadt unterstützt das Engagement des SRK.