5 Jahre Syrienkonflikt

Rotes Kreuz im Einsatz für syrische Flüchtlinge

Der Krieg in Syrien hat mehr als 11 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen, fast fünf Millionen haben das Land verlassen. Das SRK unterstützt die syrischen Flüchtlinge im Nachbarland Libanon wie auch auf den Transitrouten nach Europa.

Libanon. In den 70er Jahren noch als «Schweiz des Nahen Ostens» bezeichnet, ist das Land heute politisch instabil und leidet unter den Konflikten in seinen Nachbarländern. Mehr als eine Million syrische Flüchtlinge hat der Libanon aufgenommen – und das bei einer Bevölkerung von rund 4,2 Millionen und der Grösse von einem Viertel der Schweiz. Doch das Land erreicht die Grenzen seiner Belastbarkeit. Der Grossteil der Flüchtlinge lebt in improvisierten Zeltlagern unter prekären Verhältnissen, verteilt im ganzen Land. Eine riesige Herausforderung für die humanitäre Hilfe.

Aus diesem Grund legt das SRK seinen Schwerpunkt für die Nothilfe in der Syrien-Krise auf den Libanon. Es ist schon seit 2012 im Libanon präsent und baut seine Aktivitäten stetig aus, um das Libanesische Rote Kreuz und die syrischen Flüchtlinge zu unterstützen. Dazu gehören die monatliche Verteilung von Nahrungsmittelpaketen derzeit 1000 Familien, Winterhilfe während den kalten Monaten und der Ausbau des Ambulanzdienstes des Libanesischen Roten Kreuzes.

Unterschiedliche Bedürfnisse

In diesem Jahr wurde ein weiteres Projekt gestartet. Die Unterstützung der Flüchtlinge mit Bargeld. Denn die Bedürfnisse der einzelnen Familien sind sehr unterschiedlich. Einige benötigen Heizöl für ihren Ofen. Andere brauchen dringend Geld, um überlebenswichtige Medikamente zu kaufen. Mit seinem neuen Bargeldprojekt trägt das SRK den unterschiedlichen Dringlichkeiten Rechnung. Vorerst 500 Familien erhalten jeden Monat einen festen Geldbetrag, dank dem sie selber für ihre dringendsten Bedürfnisse aufkommen können. Damit erhalten sie nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch wieder ein Stück Eigenständigkeit zurück.

Hilfe auf Transitrouten

Immer mehr syrische Flüchtlinge versuchen auch nach Europa zu gelangen, viele von ihnen in den vergangenen Monate über die gefährliche Route via Balkan. Auch dort ist das SRK präsent. Es unterstützt sowohl das Hellenische Rote Kreuz in Griechenland, zurzeit auf den Inseln Lesbos und Chios, als auch das Rote Kreuz in Serbien mit Hilfsgütern und Fachpersonal.

Seit Beginn des Konflikts hat das SRK mit Unterstützung des Bundes und der Glückskette rund 11 Millionen Franken eingesetzt, um die Not der syrischen Flüchtlinge zu lindern - die noch laufenden Projekte eingerechnet. Eine Ende der Not ist nicht absehbar. Weitere Spenden sind deshalb dringend nötig und werden dankend entgegengenommen.